Google Vids verwandelt ab sofort Word-Dateien, PDF-Berichte und Google Docs automatisch in kurze Videos mit Sprecherstimme und passenden Bildern. Der Rollout läuft seit 2. September 2026 und erreicht bis Mitte September alle berechtigten Konten. Kostenlose private Google-Konten bekommen die Funktion nicht – nötig ist ein bezahltes Workspace- oder Google-AI-Abo.
Google Vids baut Skript und Video in wenigen Schritten
Die neue Funktion trägt intern den Namen „Docs to Video” und lässt sich direkt im Browser öffnen, ohne dass eine Zusatzsoftware installiert werden muss. Wie Google im Workspace-Blog ankündigt, liest die KI ein hochgeladenes Dokument ein, teilt es in Abschnitte und baut daraus ein fertiges Sprecher-Skript. Jeder Textabschnitt wird dabei automatisch zu einer eigenen Videoszene. Vor der eigentlichen Videoerstellung lässt sich das Skript noch anpassen, kürzen oder um einzelne Szenen reduzieren. Laut der Google-Hilfeseite läuft die Bedienung in fünf Schritten ab:
- Vids.new öffnen und im Menü „Datei” die Option „Docs to Video” wählen
- Eine Word-Datei, ein PDF oder ein Google Doc hochladen
- Das automatisch erstellte Sprecher-Skript prüfen und bei Bedarf Text ändern oder Szenen löschen
- Eine KI-Stimme für die Vertonung aussuchen
- Auf „Generieren” klicken und das fertige Video herunterladen oder direkt teilen
Ein Quartalsbericht wird ohne Schnittprogramm zum Erklärvideo
Ein praktisches Beispiel aus dem Büroalltag: Eine Sachbearbeiterin lädt einen zehnseitigen Quartalsbericht als PDF hoch. Google Vids gliedert den Text in einzelne Abschnitte, vertont sie mit einer KI-Stimme und liefert nach wenigen Minuten ein zwei- bis dreiminütiges Video, das sich per Link an Kolleginnen und Kollegen verschicken lässt, die keine Zeit für den vollständigen Bericht haben. Genauso lässt sich eine Arbeitsanleitung, ein Angebot oder ein Onboarding-Dokument in ein kurzes Erklärvideo verwandeln, ganz ohne Kamera, Mikrofon oder Schnittprogramm. Wer stattdessen eine bereits gehaltene Präsentation aufzeichnen möchte, findet dafür die separate Aufnahmefunktion, mit der Google Slides seit August 2026 Präsentationen direkt als Video speichert. Die neue Dokumenten-Funktion ersetzt diese Aufnahme nicht, sondern ergänzt sie um Fälle, in denen noch gar kein mündlicher Vortrag existiert – nur der fertige Text.
Nur Firmen- und Bezahlkonten haben Zugriff
Google zufolge steht die Funktion Nutzerinnen und Nutzern mit Google Workspace Business Starter, Standard oder Plus, den Enterprise-Stufen, Education Plus sowie Non-Profit-Konten zur Verfügung. Wer privat zahlt, braucht ein Abo von Google AI Plus, Pro oder Ultra. Kostenlose private Google-Konten bleiben außen vor. Eine Admin-Freischaltung ist nicht nötig, die Funktion steht sofort zur Verfügung, sobald der schrittweise Rollout das eigene Konto erreicht. Für Organisationen mit dem sogenannten Rapid-Release-Kanal war sie bereits ab dem 2. September nutzbar, alle anderen folgen über den Scheduled-Release-Kanal seit dem 5. September und können bis zu 15 Tage auf die Freischaltung warten. Eine Einschränkung auf bestimmte Länder oder Sprachen wird nicht genannt; die Funktion sollte damit auch in Deutschland und der übrigen EU nutzbar sein. Genutzt wird sie ausschließlich im Browser unter der Adresse vids.new, eine App oder Zusatzinstallation ist nicht nötig.
Entscheidend wird, wie zuverlässig die Videoerstellung im Alltag tatsächlich läuft: Ein früher Testbericht von Android Authority beschreibt, dass die KI zwar zuverlässig ein Skript erstellte, die anschließende Videogenerierung aber zunächst mit einer Fehlermeldung abbrach. Wer vertrauliche Kunden- oder Vertragsdaten in ein Dokument einbaut, sollte vorher intern klären, ob solche Inhalte über die KI-Funktion verarbeitet werden dürfen. Offen bleibt, wie gut die automatisch erzeugten Bilder und die KI-Stimme tatsächlich zum eigenen Dokument passen – das lässt sich erst nach dem vollständigen Rollout in den kommenden Wochen verlässlich beurteilen.


