OpenAI hat ChatGPT am 3. September 2026 ein neues Plugin spendiert – eine Art Zusatzprogramm, das ChatGPT mit einem anderen Dienst verbindet – für Microsoft OneNote. Wer dort Besprechungsnotizen, Protokolle oder Projektunterlagen sammelt, kann ChatGPT ab sofort direkt danach fragen. Am selben Tag erschien ein zweites Plugin für den Support-Dienst Zendesk.
ChatGPT durchsucht und ergänzt jetzt OneNote-Notizen
Nach der Verbindung mit einem Microsoft-Konto lässt sich ChatGPT in normaler Sprache nach dem Inhalt bestimmter Notizbücher oder Seiten fragen. Laut der offiziellen Anleitung von OpenAI kann das Plugin Notizen finden und zusammenfassen, Entscheidungen und offene Aufgaben sammeln sowie neue Notizen erstellen oder bestehende ergänzen.
Für die Suche reicht ein Prompt wie „Finde die offenen Fragen in meinen Projekt-Apollo-Notizen und fasse sie zusammen”. Für das Schreiben genügt ein Satz wie „Hänge diese Besprechungsentscheidungen an die Startseite von Projekt Apollo an”. Zu jedem Ergebnis nennt ChatGPT einen Link auf die jeweilige OneNote-Seite, damit sich Angaben direkt nachprüfen lassen.
Eine Teamassistentin, die ein laufendes Projekt-Notizbuch führt, musste bislang beim Statusbericht alle Seiten der letzten Wochen durchblättern, um offene Punkte herauszusuchen. Mit dem Plugin reicht ein Satz an ChatGPT, etwa „Liste alle offenen Aufgaben aus den Notizen der letzten vier Wochen auf” – die KI durchsucht die verbundenen Seiten und liefert eine sortierte Liste mit Fundstellen.
So verbindet man ChatGPT mit dem eigenen Notizbuch
Die Einrichtung läuft über das Plugin-Verzeichnis in ChatGPT und dauert nur wenige Schritte, ohne dass eine IT-Abteilung vorab etwas installieren muss:
- In ChatGPT den Menüpunkt „Plugins” öffnen.
- Das OpenAI-eigene OneNote-Plugin auswählen und die Verbindung starten.
- Mit dem Microsoft-Konto anmelden, das Zugriff auf die gewünschten Notizbücher hat.
- Zugriff auf die passenden Notizbücher oder Abschnitte bestätigen.
- Im Chat direkt nach Inhalten fragen oder Notizen ergänzen lassen.
Welche Notizbücher sich verbinden lassen, hängt von den Microsoft-Berechtigungen ab. Persönliche Notizbücher öffnen sich nur über das eigene, verbundene Konto. Eine Verbindung mit reinem Lesezugriff kann keine Notizen anlegen oder ändern – dafür ist eine gesonderte Freigabe nötig. Wer bereits Copilot in OneNote nutzt, etwa für vorgelesene Audio-Zusammenfassungen, kann beide Werkzeuge parallel einsetzen – sie greifen unabhängig voneinander auf dieselben Notizbücher zu. Die Verbindung bleibt bestehen, bis sie im ChatGPT-Konto wieder getrennt wird; ein erneutes Anmelden bei jeder Anfrage ist nicht nötig.
Verfügbarkeit hängt vom Tarif und den Firmeneinstellungen ab
Das Plugin-Verzeichnis ist in jedem ChatGPT-Tarif sichtbar, von Free über Plus und Pro bis Business und Enterprise. Ob sich ein Plugin tatsächlich nutzen lässt, hängt vom eigenen Plan, der Region und – in Firmenkonten – von den Einstellungen der Administratorin oder des Administrators ab. Nach Angaben mehrerer Fachmedien sind Apps bei Business-Konten meist von vornherein freigeschaltet, bei Enterprise-Konten muss eine Administratorin sie erst aktivieren; unabhängig bestätigt ist das nicht.
Zusätzliche Kosten entstehen durch das Plugin selbst nicht, es nutzt das bestehende ChatGPT-Abo. Wer ChatGPT bereits mit einem Google-Konto verbindet, kennt das Prinzip aus der Anbindung von Google-Drive-Dateien: Auch dort läuft der Zugriff über eine einmalige Kontoverbindung. Für Kundenservice-Teams lohnt sich zusätzlich das parallel gestartete Zendesk-Plugin: Es ruft Support-Tickets und die Historie einzelner Kundinnen und Kunden ab und hilft, Antworten vorzubereiten.
Entscheidend wird, wie zuverlässig ChatGPT beim Schreibzugriff zwischen ähnlich benannten Notizbüchern unterscheidet – ein falsch einsortierter Absatz lässt sich in einem gemeinsam genutzten Notizbuch schnell übersehen. Offen bleibt zudem, wie schnell die Freigabe in größeren Unternehmen erfolgt, wenn IT-Abteilungen jede neue Verbindung erst prüfen müssen. Wer Kunden- oder Personaldaten in OneNote führt, sollte vor der Verbindung mit ChatGPT die internen Vorgaben zum Umgang mit sensiblen Daten prüfen, da die KI dann auf diese Inhalte zugreifen kann.


