KI-Praxis

Copilot überarbeitet E-Mail-Entwürfe direkt in Outlook

3 Min. Lesezeit
Eine Büroangestellte markiert einen Absatz in einem Outlook-E-Mail-Entwurf, daneben schlägt Copilot eine Anpassung von Ton und Länge vor. Generiertes Bild mit GPT Image 2
Eine Büroangestellte markiert einen Absatz in einem Outlook-E-Mail-Entwurf, daneben schlägt Copilot eine Anpassung von Ton und Länge vor.

TL;DR Too Long; Didn’t read

Microsoft schaltet in Outlook eine neue Copilot-Funktion frei, mit der sich markierte Abschnitte eines E-Mail-Entwurfs direkt in Ton, Länge oder Aufbau ändern lassen, ohne die Nachricht neu zu schreiben. Der Rollout läuft weltweit und soll bis Anfang August 2026 abgeschlossen sein. Vorausgesetzt wird eine kostenpflichtige Copilot-Lizenz ab 15,60 Euro im Monat zusätzlich zum Microsoft-365-Abo.

Das Wichtigste in Kürze

  • Copilot markiert einen Textabschnitt im E-Mail-Entwurf und ändert ihn direkt in Ton, Länge oder Aufbau.
  • Die Funktion läuft weltweit aus, auch auf Deutsch, Rollout bis Anfang August 2026 abgeschlossen.
  • Nötig ist eine bezahlte Copilot-Lizenz ab 15,60 Euro pro Nutzer und Monat zusätzlich zum Microsoft-365-Abo.
  • Nutzbar in Outlook im Web und in der neuen Outlook-App, die klassische Windows-Version folgt schrittweise.
  • Copilot kann vor der Änderung Rückfragen zu Ziel, Zielgruppe und Ton stellen.
  • Privatkonten ohne Firmenlizenz bleiben außen vor, die Funktion gilt nur mit Copilot-Add-on.

Microsoft baut die Textüberarbeitung mit Copilot in Outlook aus. Wer einen Absatz im E-Mail-Entwurf markiert, kann die Künstliche Intelligenz direkt bitten, ihn kürzer, förmlicher oder anders aufgebaut zu formulieren. Das erspart das Neutippen ganzer Nachrichten. Vorausgesetzt wird ein kostenpflichtiges Copilot-Abo, das viele Unternehmen bereits gebucht haben.

Copilot schreibt markierte Textstellen direkt um

Bisher ließ sich mit Copilot in Outlook vor allem eine ganze E-Mail aus einem Stichwort erzeugen. Neu ist die gezielte Nachbearbeitung. Eine Nutzerin markiert einen einzelnen Absatz im bereits geschriebenen Entwurf und öffnet das Copilot-Symbol. Dort wählt sie eine Option wie „kürzer”, „förmlicher” oder „umstrukturieren” – oder tippt eine eigene Anweisung. Laut der Hilfeseite von Microsoft lässt sich der Vorschlag anschließend übernehmen, verwerfen oder neu erzeugen lassen. Copilot kann dabei auch Rückfragen zu Ziel, Zielgruppe und Ton stellen. So passt es den Text in mehreren kurzen Schritten an, statt sofort eine fertige Fassung zu liefern.

Ein Beispiel aus dem Büroalltag: Eine Sachbearbeiterin entwirft eine Antwort auf eine Kundenbeschwerde. Der erste Absatz klingt ihr aber zu schroff. Statt den Text komplett neu zu schreiben, markiert sie nur diesen Absatz und wählt „Ton ändern”. Copilot schlägt eine freundlichere Formulierung vor, Betreff, Anrede und der Rest der Mail bleiben unverändert. Ähnlich funktioniert das inzwischen auch bei Gmails Schreibhilfe, die freie Textanweisungen für Entwürfe erlaubt. Outlook setzt zusätzlich auf das gezielte Markieren einzelner Abschnitte statt der gesamten Nachricht.

So findet sich die Funktion in Outlook

Die Nachbearbeitung ist an keiner versteckten Stelle im Menü vergraben. Sie lässt sich direkt beim Schreiben nutzen und braucht keine gesonderte Installation:

  1. Eine neue E-Mail öffnen oder einen bestehenden Entwurf aufrufen.
  2. Den Textabschnitt markieren, der geändert werden soll.
  3. Auf das Copilot-Symbol in der Werkzeugleiste klicken.
  4. Eine vorgeschlagene Option wählen (Ton, Länge, Struktur) oder eine eigene Anweisung eingeben.
  5. Den neuen Vorschlag übernehmen, verwerfen oder eine weitere Anpassung anfordern.

Die Funktion steht in Outlook im Web und in der neuen Outlook-App bereits zur Verfügung. In der klassischen Outlook-Version für Windows rollt Microsoft die Compose-Oberfläche derzeit schrittweise aus. Taucht das Copilot-Symbol nicht auf, liegt das meist an zwei Dingen. Entweder hat die IT-Abteilung die Zusatzlizenz noch nicht zugewiesen, oder die eigene Outlook-Version hat den Rollout noch nicht erreicht. Ein Blick in die Kontoeinstellungen oder eine Nachfrage beim IT-Support schafft dann Klarheit. Wer unsicher ist, ob die Funktion schon bereitsteht, markiert probeweise einen beliebigen Satz in einem Entwurf. Erscheint dabei das Copilot-Symbol, lässt sich die Nachbearbeitung sofort ausprobieren, ganz ohne zusätzliche Einstellungen.

Kosten und Verfügbarkeit in Deutschland

Die Funktion gehört zu Microsoft 365 Copilot. Laut Ankündigung im offiziellen Microsoft-Blog läuft sie weltweit aus, der Rollout soll bis Anfang August 2026 abgeschlossen sein. Für Deutschland und die EU gibt es keine Einschränkung, die Oberfläche funktioniert auch auf Deutsch. Notwendig ist allerdings eine kostenpflichtige Zusatzlizenz. Laut der offiziellen Preisliste von Microsoft kostet Microsoft 365 Copilot Business derzeit 15,60 Euro pro Nutzer und Monat. Das ist ein Aktionspreis bis Ende September 2026, danach gilt der reguläre Preis von 18,20 Euro. Diese Summe kommt zusätzlich zu einem bestehenden Microsoft-365-Geschäftsabo wie Business Standard oder Business Premium hinzu. Für große Unternehmen mit E3- oder E5-Lizenz gilt die teurere Variante Copilot Enterprise. Privatnutzerinnen und -nutzer ohne Firmenlizenz haben keinen Zugriff, ein privates Outlook.com-Konto reicht dafür nicht aus.

Entscheidend wird, ob Unternehmen die zusätzlichen Kosten für die Copilot-Lizenz angesichts vieler kleiner Zeitersparnisse rechtfertigen. Wer den Entwurfsassistenten nutzt, sollte zudem klären, ob interne Vorgaben das Einfügen von Kunden- oder Vertragsdaten in KI-Textvorschläge einschränken. Das gilt besonders, bevor sensible Formulierungen über Copilot laufen.

Häufige Fragen

Was kostet die neue Copilot-Funktion in Outlook?

Sie ist Teil von Microsoft 365 Copilot Business, das aktuell 15,60 Euro pro Nutzer und Monat kostet (Aktionspreis bis Ende September 2026, danach 18,20 Euro), zusätzlich zu einem bestehenden Microsoft-365-Geschäftsabo.

Reicht ein normales Microsoft-365-Konto, oder braucht es ein Copilot-Abo?

Ein normales Microsoft-365-Konto reicht nicht aus. Nötig ist zusätzlich die kostenpflichtige Copilot-Lizenz, die von der IT-Abteilung gebucht werden muss.

Ist die Funktion auf Deutsch und in der EU verfügbar?

Ja, der Rollout läuft weltweit ohne regionale Einschränkung, und die Oberfläche funktioniert auch auf Deutsch.

Darf ich Kunden- oder Firmendaten in einen Copilot-Entwurf eingeben?

Das hängt von den internen Richtlinien des Arbeitgebers ab. Vor dem Einfügen vertraulicher Daten lohnt sich ein Blick in die eigenen Datenschutzvorgaben.

Wie unterscheidet sich das von ähnlichen Funktionen in Gmail?

Gmail erlaubt freie Textanweisungen für den ganzen Entwurf, Outlook erlaubt zusätzlich das gezielte Markieren und Umschreiben einzelner Absätze mit Rückfragen von Copilot.


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