KI-Wirtschaft

OpenAI testet Werbe-Agenten in ChatGPT – vorerst nur in den USA

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

OpenAI testet seit dem 16. September 2026 mit ausgewählten Werbekunden in den USA ein neues Anzeigenformat namens Sponsored Agents, das Nutzer in ein separates Gespräch mit einem Marken-Assistenten schickt. Zugleich bindet OpenAI seine Werbeplattform erstmals direkt in HubSpot und Shopify ein. Die Werbeeinnahmen von ChatGPT erreichten laut OpenAI bis Ende August eine jährliche Rate von einer Milliarde Dollar.

Eine Sprechblasen-Figur mit einem OpenAI-Logo-Aufnäher reicht eine Visitenkarte über einen Ladentisch, im Hintergrund hängen Schilder mit den Logos von HubSpot und Shopify. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • OpenAI testet ab 16. September 2026 mit ausgewählten US-Werbekunden das Format Sponsored Agents in ChatGPT.
  • Nutzer chatten dabei getrennt vom Hauptgespräch mit einem Marken-Assistenten, bevor sie zur Firmenseite wechseln.
  • HubSpot-Kunden verwalten ChatGPT-Anzeigen ab sofort direkt im CRM, inklusive automatischer Kontakt-Verknüpfung.
  • Die Shopify-App für ChatGPT-Anzeigen ist seit dem 3. September live und folgt ab 23. September auch international.
  • OpenAI nennt weder Preise für Sponsored Agents noch Details zur Datennutzung der Gesprächsprotokolle.
  • ChatGPT-Werbung läuft in Europa bereits seit dem 24. August 2026 in 31 Ländern, bislang nur mit Grundsignalen.

OpenAI testet seit dem 16. September 2026 in den USA ein neues Anzeigenformat namens Sponsored Agents: KI-Assistenten, die ChatGPT-Nutzer im Namen einer Marke durch Rückfragen begleiten. Parallel bindet das Unternehmen seine Werbetools erstmals direkt in HubSpot und Shopify ein. Die Werbeplattform erreicht laut OpenAI bereits eine jährliche Umsatzrate von einer Milliarde Dollar.

Werbe-Agent chattet getrennt vom Hauptgespräch

Wer in ChatGPT auf eine gekennzeichnete Anzeige klickt, kann künftig ein separates Gespräch mit dem sogenannten Sponsored Agent des werbenden Unternehmens beginnen. OpenAI beschreibt in seinem Blog das Beispiel eines Esstischs: Eine Nutzerin sieht die Anzeige und fragt den Agenten nach den Maßen, der Sitzplatzzahl und der Pflege des Materials. Erst danach wechselt sie auf die Website des Anbieters. Das Gespräch bleibt laut OpenAI vom regulären ChatGPT-Chat und von den unabhängigen Antworten des Modells getrennt.

Getestet wird das Format zunächst nur mit ausgewählten Werbekunden in den USA. Einen Zeitplan für weitere Länder nennt OpenAI nicht. Offen bleibt zudem, welches Modell die Agenten steuert, wer ihre Anweisungen formuliert und wie ein Klick auf den Agenten künftig abgerechnet wird. Auch zur Frage, welche Daten aus den Gesprächsprotokollen an Werbekunden fließen, äußert sich das Unternehmen nicht. Meta hatte im Juli 2026 mit dem Ads-MCP-Server einen ähnlichen Weg eingeschlagen und KI-Agenten direkt an Werbekonten angebunden. Dort geht es allerdings um die Steuerung von Kampagnen durch Software, nicht um ein Verkaufsgespräch mit dem Endkunden.

Ads Manager bindet CRM und Onlineshop ein

Neben dem neuen Anzeigenformat erweitert OpenAI das bestehende Werkzeug Ads Manager um Funktionen für Werbetreibende. Wer eine HubSpot-Kundenkartei nutzt, verwaltet ChatGPT-Kampagnen ab sofort direkt im CRM. Klicks auf Anzeigen werden automatisch mit Kontaktdatensätzen verknüpft. Leads lassen sich anschließend in bestehende Workflows einsortieren. Für neue HubSpot-Konten gibt es laut Unternehmen bis zum 30. September 2026 einen Rabatt auf den Starter-Tarif sowie einen zugesagten Werbebudget-Ausgleich von 750 Dollar.

Für Shopify-Händler in den USA steht seit dem 3. September 2026 eine eigene App im Shopify App Store bereit. Sie gleicht den Produktkatalog automatisch mit den Anzeigen ab und richtet Kampagnen nach Zielgruppe, Gerät, Standort und Kategorie aus. Ab dem 23. September 2026 soll die App auch in weiteren Märkten verfügbar sein, in denen ChatGPT bereits Werbung zeigt – dazu zählt seit dem 24. August auch Deutschland. Ergänzend erlaubt Ads Manager nun wählbare Zurechnungsfenster von sieben, vierzehn oder dreißig Tagen sowie eine neue Bewertung der Datenqualität einzelner Kampagnen.

Werbegeschäft wächst schneller als der Rest von ChatGPT

Die Ausweitung folgt auf ein schnelles Wachstum des Werbegeschäfts. Nach eigenen, unabhängig nicht verifizierten Angaben habe OpenAI binnen weniger als 200 Tagen seit dem Pilotstart im Februar 2026 eine jährliche Umsatzrate von einer Milliarde Dollar erreicht. Nach eigenen Angaben habe das Unternehmen schon sechs Wochen nach dem Start mit den ersten Anzeigen eine Jahresrate von 100 Millionen Dollar erreicht. Bis Mitte August habe gut ein Viertel aller ChatGPT-Antworten an Nutzer der Gratis- und Go-Tarife eine Werbeeinblendung getragen. Damit wächst das Werbegeschäft deutlich schneller als viele andere Umsatzquellen von OpenAI.

Zuvor hatte das Unternehmen die Werbung im kostenlosen Tarif zunächst in den USA und dann, ab dem 24. August 2026, in 31 europäische Länder ausgerollt. Plus-, Business- und Enterprise-Konten bleiben davon ausgenommen. Die Expansion trifft ChatGPT zu einem Zeitpunkt, an dem die EU-Kommission den Chatbot als sehr große Online-Suchmaschine eingestuft hat – mit Pflichten zu Risikoprüfungen und Datenzugängen für Aufsichtsbehörden. Wie sich Sponsored Agents zu dieser Einstufung verhalten, hat OpenAI bislang nicht kommentiert.

Entscheidend wird, ob Nutzer ein Verkaufsgespräch mit einem Marken-Agenten als Hilfe oder als aufdringliche Werbung wahrnehmen. Google und Meta haben bislang auf klassische Anzeigenformate statt auf offene Chats gesetzt. Ob OpenAI Sponsored Agents über die US-Testphase hinaus ausrollt und Details zu Preisen und Datenweitergabe offenlegt, dürfte sich mit dem nächsten Quartalsbericht zum Werbegeschäft zeigen.

Häufige Fragen

Wann startet das neue Werbeformat auch in Deutschland oder anderen EU-Ländern?

OpenAI nennt keinen Termin für einen Start außerhalb der USA. Aktuell laufen Sponsored Agents nur als Test mit ausgewählten amerikanischen Werbekunden.

Was kostet die Teilnahme für Werbetreibende?

Konkrete Preise für Sponsored Agents hat OpenAI nicht veröffentlicht. Die übrigen Anzeigenformate laufen weiterhin über variable Gebote im Ads Manager.

Sehen auch zahlende ChatGPT-Nutzer die neuen Werbe-Agenten?

Nein, betroffen sind nur die kostenlosen Tarife Free und Go. Plus-, Business- und Enterprise-Konten bleiben laut OpenAI werbefrei.

Wie unterscheidet sich ein Sponsored Agent von klassischer Suchmaschinenwerbung?

Statt eines Links öffnet sich ein eigenständiges Gespräch, in dem Nutzer dem Marken-Agenten gezielte Rückfragen stellen können. Google und Meta bieten bislang keine vergleichbare Chat-Funktion in ihren Anzeigen an.

Welche Daten erhalten Unternehmen aus den Gesprächen mit ihrem Sponsored Agent?

OpenAI hat dazu keine Angaben veröffentlicht. Offen ist unter anderem, ob Werbekunden vollständige Gesprächsprotokolle oder nur zusammengefasste Auswertungen erhalten.

Quellen (3)
  1. OpenAI: Reimagining advertising with AI
  2. ppc.land: OpenAI lets advertisers run ChatGPT ads from HubSpot and Shopify
  3. PYMNTS: OpenAI Tests Sponsored AI Agents in ChatGPT Ads

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