Zum Inhalt springen
KI-Wirtschaft

Metas KI-Agent Muse überholt ChatGPT bei App-Downloads

Der KI-Agent Muse von Meta wächst schneller als ChatGPT beim eigenen Marktstart: 1,8 gegenüber 1,3 Millionen iOS-Downloads in den ersten zwölf Tagen in den USA und Kanada. Auch bei aktiven Nutzern liegt Muse mit 642.000 klar vor den früheren 231.000 von ChatGPT. Zur Entwicklerkonferenz Connect zeigte Meta zudem das digitale Haustier-Gerät Muse Charm, dessen Preis und EU-Start offen bleiben.

Von Brian Beckmann · 27. September 2026 · 3 Min

Ein Meta-Logo-Sticker klebt auf einem kleinen Tamagotchi-artigen Taschengerät mit lächelndem Avatar auf dem Bildschirm, daneben ein kleineres Smartphone mit ChatGPT-Sprechblase und ein Balkendiagramm-Pfeil, der nach oben aus dem Taschengerät herauswächst.

Metas persönlicher KI-Agent Muse kommt in den ersten zwölf Tagen auf 1,8 Millionen iOS-Downloads in den USA und Kanada und liegt damit vor ChatGPTs Vergleichswert von 1,3 Millionen zum eigenen Start. Auf der Entwicklerkonferenz Connect zeigte Meta zusätzlich das Taschengerät Muse Charm, mit dem sich die App künftig auch ohne Smartphone bedienen lässt.

Muse übertrifft ChatGPT bei Downloads und Tagesnutzern

Die Marktforscher Apptopia und Appfigures werteten die ersten zwölf Tage nach dem Muse-Start am 8. September aus, wie TechCrunch berichtet.

Demnach kam die App weltweit auf 2,8 Millionen Installationen, allein auf iOS in den USA und Kanada auf 1,8 Millionen – ChatGPT erreichte zum eigenen Start 1,3 Millionen. Bei den täglichen aktiven Nutzern in den USA liegt Muse mit 642.000 ebenfalls vor den einst 231.000 von ChatGPT, davon entfallen 359.000 allein auf iOS.

Die Zahlen stammen von unabhängigen App-Analysefirmen und sind von Meta oder OpenAI nicht offiziell bestätigt – damit unabhängig nicht verifiziert.

Ein wesentlicher Treiber sei laut den Analysten die enge Anbindung an Metas bestehende Plattformen: 95 Prozent der Muse-Nutzer seien demnach auch bei Facebook angemeldet, 63 Prozent bei Instagram. Muse hatte sich seit dem Start Anfang September rasch an die Spitze der US-App-Store-Charts gesetzt, geriet aber wenig später in einen Streit mit Amazon, das den Agenten wegen fehlender Kennzeichnung und ungeklärter Datennutzung aus seinem Onlineshop ausschloss.

Der Downloadvorsprung zeigt, dass der Streit dem Wachstum bislang nicht geschadet hat.

Muse Charm macht den KI-Agenten zum tragbaren Gerät

Auf der Entwicklerkonferenz Connect am 23. September stellte Meta laut einem Beitrag im eigenen Newsroom das Zubehör-Gerät Muse Charm vor.

Es besitzt einen rund fünf Zentimeter großen OLED-Bildschirm mit einem animierten Muse-Avatar, dazu ein eigenes 5G-Modem, Kameras auf Vorder- und Rückseite sowie Lautsprecher und Mikrofone – technisch einem abgespeckten Smartphone ähnlich, wie TechCrunch beschreibt.

Entwickelt hat das Gerät ein neu gegründetes Design-Team unter Leitung des früheren Apple-Interface-Chefs Alan Dye.

Zur Bedienung reicht ein Fingerabdrucksensor: Wer ihn berührt, spricht direkt mit Muse, ohne vorher ein Smartphone zu entsperren oder eine App zu öffnen. Das Gerät passt in eine Hosentasche oder lässt sich per Schlüsselband am Rucksack befestigen.

Parallel bindet Meta Muse auch in seine KI-Brillen Ray-Ban Meta, Oakley Meta und Meta Glasses ein, wo der Agent künftig per Zuruf sehen soll, worauf Nutzer gerade blicken. Neue Shopping-Anbindungen an Walmart, Best Buy, Sephora und weitere Händler sowie an Zahldienste wie PayPal ergänzen den Funktionsumfang.

Einen Preis für Muse Charm nennt Meta bislang nicht; ausgeliefert werden soll das Gerät nach eigenen Angaben im Dezember.

Deutschland und die EU warten weiter auf Muse

Wer Muse oder Muse Charm hierzulande ausprobieren will, findet die App bislang weder im deutschen noch in einem anderen europäischen App Store. Meta beschränkt den Zugang seit dem Start auf Nutzer ab achtzehn Jahren in den USA und Kanada, einen Termin für weitere Länder nennt das Unternehmen in seinem Newsroom-Beitrag nicht.

Bereits Metas allgemeiner Assistent Meta AI erreichte Europa erst rund ein Jahr nach dem US-Start, nachdem Datenschutzbehörden Bedenken wegen der Verarbeitung europäischer Nutzerdaten geäußert hatten.

Auch bei Muse dürften die Datenschutz-Grundverordnung und der EU-KI-Act ein ähnliches Tempo erzwingen, zumal der Agent eigenständig E-Mails verschicken, einkaufen und Zahlungen auslösen kann. Bei der Muse Charm dürfte zusätzlich ins Gewicht fallen, dass ein Gerät mit eingebauter Kamera und Mikrofon in der EU weitere Kennzeichnungs- und Prüfpflichten auslöst.

Wer ausschließlich mit einem amerikanischen Apple- oder Google-Konto arbeitet, kann Muse zwar technisch testen, verstößt damit aber gegen die Nutzungsbedingungen, die den Dienst ausdrücklich auf die beiden Länder beschränken.

Entscheidend wird, ob Meta das Tempo seines Überraschungserfolgs auch außerhalb Nordamerikas halten kann oder ob Muse denselben regulatorischen Verzug erlebt wie zuvor Meta AI. Ein Preis für Muse Charm und ein Starttermin außerhalb der USA stehen noch aus – beides dürfte sich erst zur Weihnachtssaison klären, wenn das Gerät nach Metas eigenem Zeitplan ausgeliefert werden soll.

Quellen

  1. TechCrunch: Meta's Muse is outpacing ChatGPT's early mobile launch
  2. TechCrunch: Meta made a Tamagotchi-like wearable for its Muse AI agent
  3. Meta Newsroom: The Biggest News From Connect 2026

Häufige Fragen

Teil des Dossiers · 9 Beiträge

Persönliche KI-Agenten und KI-Geräte

Zum Dossier

Mehr zum Thema

Dein KI-Update für die Arbeitswoche

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der KI-Welt – plus ein Praxis-Tipp zum direkt Ausprobieren. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.

/ki-wirtschaft/2026-09/meta-muse-charm-chatgpt-downloads /en/ai-economy/2026-09/meta-muse-charm-chatgpt-downloads