KI-Wirtschaft

Clay mehr als verdoppelt Bewertung auf 7,1 Milliarden Dollar

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Clay hat am 9. September 2026 eine 115-Millionen-Dollar-Runde unter Führung von Wellington Management abgeschlossen und erreicht damit eine Bewertung von 7,1 Milliarden Dollar. Das Start-up automatisiert mit KI-Agenten die Recherche und Ansprache potenzieller Kunden für Vertriebsteams. Parallel legt Clay einen mit einer Million Dollar ausgestatteten Stipendienfonds für die neue Berufsrolle Go-to-Market Engineer auf.

Ein Roboterarm mit Clay-Logo-Sticker schüttelt einem Anzugträger die Hand, während im Hintergrund ein Geldsack eine Waage zugunsten eines aufsteigenden Pfeils ausschlagen lässt. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • 115 Millionen Dollar Frischkapital heben die Bewertung von Clay auf 7,1 Milliarden Dollar.
  • Wellington Management führt die Runde an, Sequoia Capital und Alphabets CapitalG sind erneut dabei.
  • Mehr als 17.000 Firmen nutzen Clay, darunter 80 Prozent der im Forbes-AI50-Ranking gelisteten Start-ups.
  • Der Jahresumsatz soll laut SiliconANGLE bis Ende September 200 Millionen Dollar erreichen.
  • Ein neuer Stipendienfonds über eine Million Dollar fördert den Berufseinstieg als Go-to-Market Engineer.
  • Die Bewertung hat sich seit August 2025 binnen 13 Monaten mehr als verdoppelt.

Der US-Anbieter Clay sichert sich in einer neuen Finanzierungsrunde 115 Millionen Dollar und wird dabei mit 7,1 Milliarden Dollar bewertet – mehr als doppelt so viel wie im August 2025. Angeführt hat die Runde der Vermögensverwalter Wellington Management. Mehr als 17.000 Unternehmen setzen die KI-Software bereits ein, um Vertriebsrecherche und Kundenansprache zu automatisieren.

Wellington Management führt Rekordrunde für Vertriebs-KI an

Clay hat die neue Kapitalrunde am 9. September 2026 in einer eigenen Ankündigung bestätigt. Den größten Anteil der 115 Millionen Dollar steuert der Vermögensverwalter Wellington Management bei, der die Runde anführt. Beteiligt sind zudem bekannte Investoren wie Sequoia Capital, der Wagniskapitalfonds Perennial von Andreessen Horowitz, StepStone Group, Meritech, DST Global sowie Alphabets Investmentarm CapitalG. Auch die kleineren Geldgeber BoxGroup, Boldstart Ventures, Bloomberg Beta und Evolution Equity Partners zeichnen die Runde erneut mit.

Wofür Clay das Kapital konkret einsetzen will, benennt die Ankündigung nicht im Detail. Die Bewertung des Unternehmens hat sich damit binnen 13 Monaten mehr als verdoppelt: Im August 2025 lag sie noch bei 3,1 Milliarden Dollar, im Januar 2026 stieg sie über ein von DST angeführtes Mitarbeiter-Aktienrückkaufprogramm auf 5 Milliarden Dollar. Clay reiht sich damit in eine Serie besonders hoch bewerteter Finanzierungsrunden für KI-Firmen ein – erst wenige Tage zuvor hatte der Programmier-Assistent Cognition eine Bewertung von 48 Milliarden Dollar erreicht.

Plattform bündelt KI-Agenten für Vertriebsrecherche und Kundenansprache

Die Plattform bündelt Kontaktdaten aus mehr als 200 externen Quellen und lässt Vertriebsteams Zielgruppen per Texteingabe in natürlicher Sprache definieren. Über die sogenannte Waterfall-Funktion durchsucht Clay mehrere Datenanbieter nacheinander, bis vollständige und aktuelle Kontaktprofile vorliegen. Datensätze aktualisiert die Software zudem automatisch, sodass Vertriebsteams keine veralteten Kontaktlisten mehr pflegen müssen. Anschließend erstellen KI-Agenten personalisierte E-Mails und Gesprächsleitfäden für die Kundenansprache und lassen sich für mehrstufige Vertriebs-Workflows konfigurieren.

Nach Angaben des Unternehmens nutzen mittlerweile mehr als 17.000 Teams die Software, darunter 80 Prozent der im Forbes-AI50-Ranking gelisteten Start-ups. Zu den genannten Kunden zählen die KI-Anbieter Anthropic, Google und OpenAI ebenso wie die Zahlungsdienstleister Stripe und Visa, der Industriekonzern Siemens sowie der Logistikkonzern UPS. Clay tritt damit auch als Zulieferer direkter Wettbewerber im KI-Geschäft auf. Nach Einschätzung von TechFundingNews positioniert sich Clay an der Schnittstelle zwischen klassischer Vertriebssoftware und autonomen KI-Agenten, einem nach eigener Analyse besonders wachstumsstarken Marktsegment.

Neue Berufsrolle Go-to-Market Engineer wächst rasant

Nach eigenen Angaben erreichte Clay Ende Dezember 2025 einen Jahresumsatz von 100 Millionen Dollar. Das Marktforschungsunternehmen Sacra schätzt den Wert für Mai 2026 auf rund 150 Millionen Dollar. Bis Ende des laufenden Quartals soll die Marke laut einem Bericht von SiliconANGLE auf 200 Millionen Dollar steigen – eine Zahl, die Clay in der eigenen Ankündigung nicht offiziell bestätigt und die damit unabhängig nicht verifiziert ist.

Parallel zur Finanzierungsrunde legt das Unternehmen einen mit einer Million Dollar ausgestatteten Stipendienfonds für die selbst geprägte Berufsrolle Go-to-Market Engineer auf. Der 2023 eingeführte Titel bezeichnet Fachkräfte, die Vertriebs- und Marketingprozesse mit KI-Agenten wie denen von Clay automatisieren; nach Unternehmensangaben organisieren sich inzwischen mehrere Tausend GTM-Engineers in knapp 100 sogenannten Clay Clubs weltweit. Clay reiht sich damit neben dem Rechts-KI-Anbieter Harvey, der am selben Tag 550 Millionen Dollar für sein Geschäft einsammelte, in eine wachsende Reihe branchenspezifischer KI-Anbieter mit Milliardenbewertung ein.

Entscheidend wird, ob Clay das frische Kapital tatsächlich in autonomere Agenten investiert, die komplette Vertriebskampagnen eigenständig steuern – nach eigenen Aussagen die nächste Ausbaustufe der Plattform. Offen bleibt, wie viele der derzeit mit Milliardenbewertungen ausgestatteten GTM-KI-Anbieter sich langfristig gegen etablierte CRM-Konzerne wie Salesforce behaupten, die selbst massiv in eigene KI-Agenten investieren.

Häufige Fragen

Was macht Clay genau?

Clay ist eine KI-Plattform für Vertriebs- und Marketingteams, die Kontaktdaten aus mehr als 200 externen Quellen zusammenführt und daraus automatisiert personalisierte Ansprachen erstellt. Nutzer formulieren Suchanfragen in natürlicher Sprache, während KI-Agenten Recherche, Datenabgleich und Versand übernehmen.

Was kostet Clay?

Ein kostenloser Einstiegsplan ist verfügbar; die kostenpflichtigen Tarife Launch und Growth starten laut Preisangaben des Unternehmens bei 167 beziehungsweise 446 Dollar im Monat, jeweils mit begrenztem Kontingent an Daten- und Aktions-Credits. Für größere Teams bietet Clay individuell verhandelte Enterprise-Pakete an.

Ist Clay auch in Deutschland oder der EU nutzbar?

Clay ist eine cloudbasierte Web-Anwendung ohne regionale Zugangsbeschränkung und damit grundsätzlich auch aus Deutschland und der EU nutzbar. Zu deutschen oder europäischen Kunden des Unternehmens liegen keine öffentlichen Angaben vor.

Wie unterscheidet sich Clay von klassischen CRM-Systemen?

Anders als klassische CRM-Software wie Salesforce oder HubSpot sammelt und aktualisiert Clay Kontaktdaten eigenständig über KI-Agenten und speist sie direkt in automatisierte Kampagnen ein. Das System ersetzt in der Regel nicht das CRM selbst, sondern die vorgelagerte Recherche- und Anreicherungsarbeit.

Wann könnte Clay an die Börse gehen?

Öffentliche Pläne für einen Börsengang hat Clay bisher nicht bestätigt. Nach der aktuellen Finanzierungsrunde bleibt das Unternehmen weiterhin in privater Hand.

Quellen (6)
  1. Clay: Ankündigung der Series-D-Finanzierung
  2. Clay: 100 Millionen Dollar Jahresumsatz
  3. Clay: Preisübersicht
  4. SiliconANGLE: Sales automation startup Clay boosts valuation to $7.1B
  5. TechFundingNews: Clay hits $7.1B valuation with $115M raise
  6. Sacra: Clay revenue, funding & growth rate

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