KI-Wirtschaft

Google baut KI-Chip Frozen v2 – bis zu zehnmal effizienter

2 Min. Lesezeit
Nahaufnahme eines KI-Chips mit Google-Logo auf einer Platine in einem Rechenzentrum mit Serverreihen im Hintergrund Generiertes Bild mit GPT Image 2
Nahaufnahme eines KI-Chips mit Google-Logo auf einer Platine in einem Rechenzentrum mit Serverreihen im Hintergrund

TL;DR Too Long; Didn’t read

Google entwickelt laut einem Bericht den KI-Chip Frozen v2, der Gemini fest in die Hardware einbrennt und pro Watt sechs- bis zehnmal effizienter arbeiten soll als aktuelle TPUs. Der Rollout ist für 2028 geplant, verkauft wird der Chip nicht extern. Die Alphabet-Aktie stieg nach dem Bericht um 1,5 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

  • Codename Frozen v2: Chip verankert Gemini-Architektur direkt in der Schaltung statt trainierter Gewichte.
  • Bericht nennt sechs- bis zehnmal mehr Leistung pro Watt gegenüber aktuellen TPUs von Google.
  • Rollout in Google-Rechenzentren frühestens 2028, ein Verkauf an externe Cloud-Kunden ist nicht vorgesehen.
  • Alphabet-Aktie reagierte mit einem Kursplus von 1,5 Prozent auf die Berichterstattung.
  • Ziel ist günstigere Inferenz, um Marktanteile von OpenAI und Anthropic zu gewinnen.
  • Google hat die Chip-Pläne bislang nicht offiziell bestätigt.

Google entwickelt laut einem Bericht des Fachmediums The Information einen eigenen KI-Chip mit dem Codenamen Frozen v2, der die Architektur des Sprachmodells Gemini fest in die Schaltung einbrennt. Der Chip soll pro Watt sechs- bis zehnmal mehr Leistung liefern als Googles aktuelle TPU-Generation. Der Rollout in eigenen Rechenzentren ist frühestens für 2028 geplant.

Chip verankert Gemini-Architektur in der Hardware

Anders als bei TPUs, Googles bisherigen KI-Beschleunigern, legt Frozen v2 nicht die trainierten Gewichte des Modells in der Hardware fest, sondern dessen grundlegenden Aufbau. Die Architektur bleibt damit fix, neue Gewichte lassen sich trotzdem weiter laden. Diese Festlegung reduziert dem Bericht zufolge die nötigen Rechenschritte pro Anfrage und senkt den Datenverkehr zwischen Speicher und Recheneinheiten – die sechs- bis zehnfache Effizienz gegenüber aktuellen TPUs ist unabhängig nicht verifiziert.

Der Chip soll außerdem genug Arbeitsspeicher direkt an Bord tragen, um Gemini vollständig auszuführen, ohne auf externes RAM zuzugreifen – das spart teure Datenübertragungen zwischen den Bauteilen. Tom’s Hardware ordnet das als konsequente Fortsetzung von Googles TPU-Strategie ein: Die aktuelle Generation trennt bereits Trainingschips (TPU 8t) von Inferenzchips (TPUi). Frozen v2 soll kompatibel mit der vorhandenen Cluster-Technik bleiben, darunter optische Schaltsysteme zwischen den Recheneinheiten. Google selbst hat sich zu den Plänen bislang nicht öffentlich geäußert.

Google zielt auf günstigere KI-Antworten als Konkurrenz

Der Chip sei ausschließlich für den internen Einsatz gedacht. Anders als Googles TPUs, die auch an externe Cloud-Kunden wie Meta vermietet werden, soll Frozen v2 nicht verkauft werden. Zu Kosten oder zum Einsatz in europäischen Rechenzentren äußert sich der Bericht nicht. Im Kern geht es um die Kosten pro beantworteter Anfrage: Je günstiger ein Anbieter Inferenz – also die laufende Nutzung eines fertig trainierten Modells – bereitstellen kann, desto größer fällt seine Marge aus.

Gelingt der Sprung auf die versprochene Effizienz, könnte Google Gemini-Antworten günstiger anbieten als OpenAI und Anthropic und ihnen so Marktanteile abnehmen. Anleger reagierten bereits auf den Bericht: Die Alphabet-Aktie legte danach um 1,5 Prozent zu. Für Unternehmen, die Gemini über die Google-Cloud oder in eigene Software einbinden, könnte ein solcher Effizienzsprung mittelfristig niedrigere Nutzungskosten und schnellere Antwortzeiten bedeuten. Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der Google, OpenAI und Anthropic zunehmend um die Kosten pro Antwort statt allein um Modellqualität konkurrieren.

Offen bleibt, ob Google die Pläne selbst bestätigt, bevor 2028 der erste Rollout ansteht – bislang stammen sämtliche Angaben aus einem einzelnen, nicht offiziell bestätigten Bericht. Entscheidend wird zudem, ob sich die versprochene Effizienz beim Bau realer Chips tatsächlich einstellt, denn frühere Hardware-Ankündigungen der Branche blieben nicht selten hinter ihren Laborwerten zurück. Für Nvidia, dessen Grafikchips derzeit den Großteil des KI-Trainings- und -Inferenzmarkts tragen, wäre ein spezialisierter Google-Chip ein Signal, dass sich der Wettbewerb stärker in Richtung modellspezifischer Hardware verschiebt.

Häufige Fragen

Was unterscheidet Frozen v2 von einer normalen TPU?

TPUs sind für viele verschiedene Modelle einsetzbar. Frozen v2 ist speziell auf Gemini zugeschnitten und legt dessen Architektur fest in der Hardware fest, während die trainierten Gewichte weiter austauschbar bleiben.

Können auch andere Unternehmen den Chip nutzen?

Nach bisherigem Kenntnisstand nicht. Anders als Googles TPUs, die etwa an Meta vermietet werden, ist Frozen v2 offenbar ausschließlich für den internen Betrieb von Gemini vorgesehen.

Ab wann könnte der Chip zum Einsatz kommen?

Laut dem Bericht plant Google den Rollout in eigenen Rechenzentren ab 2028. Bis dahin kann sich der Zeitplan noch verschieben, wie bei Hardware-Projekten dieser Größenordnung üblich.

Wie reagierte die Börse auf die Nachricht?

Die Alphabet-Aktie stieg nach Veröffentlichung des Berichts um 1,5 Prozent – ein Zeichen dafür, dass Anleger den möglichen Kostenvorteil positiv bewerten.

Was bedeutet das für Unternehmen, die Gemini nutzen?

Sollte sich die versprochene Effizienz bestätigen, könnten langfristig niedrigere Nutzungskosten und schnellere Antwortzeiten für Gemini-Anwendungen möglich werden. Eine offizielle Zusage von Google dazu gibt es bisher nicht.


← Zurück zum Blog