Apple bereitet laut einem Bericht von Bloomberg-Journalist Mark Gurman einen neuen Chip namens M7 Ultra vor, der bis zu 1,5 Terabyte Arbeitsspeicher unterstützen soll. Das entspräche etwa der doppelten Kapazität des für 2026 geplanten M5 Ultra und würde erstmals seit dem Intel-Mac-Pro von 2019 wieder diese Speichergrenze erreichen.
M7 Ultra erreicht die Speichergrenze des alten Mac Pro
Der Sprung wäre historisch groß. Der aktuelle M4 Max lässt sich mit maximal 128 Gigabyte Arbeitsspeicher konfigurieren. Frühere M3-Ultra-Modelle boten bis zu 512 Gigabyte, die größte Stufe hat Apple inzwischen aus dem Programm genommen. Der für später 2026 erwartete M5 Ultra soll laut Gurmans Bericht bei rund 768 Gigabyte liegen.
Mit 1,5 Terabyte würde der M7 Ultra diese Marke noch einmal verdoppeln und exakt an die Obergrenze des letzten Intel-basierten Mac Pro von 2019 anschließen. Diese konkrete Kapazitätsangabe ist unabhängig nicht verifiziert, denn sie stammt bislang aus einem einzelnen Bericht, und Apple hat sich dazu nicht geäußert. Beim aktuellen Apple-Aufpreis von rund 25 US-Dollar pro Gigabyte würde ein Sprung von 128 auf 1.500 Gigabyte den Mehrpreis auf über 35.000 US-Dollar treiben. Diese Berechnung leitet 9to5Mac aus Apples aktueller Preisliste ab, sofern Apple daran festhält.
Ob die Höchstausstattung tatsächlich in Serie geht, hängt dem Bericht zufolge auch von der Lage auf dem globalen Speicherchip-Markt ab. Bereits die aktuelle Generation kämpft mit steigenden Modulpreisen und Lieferengpässen.
Apple richtet Chipdesign gezielt auf KI-Lasten aus
Der Bericht ordnet den M7 Ultra in einen strategischen Kurswechsel ein. Apple gestalte seine Prozessoren demnach nicht mehr in erster Linie für höhere CPU-Taktraten, bessere Grafikleistung oder längere Akkulaufzeit. Stattdessen richte sich das Design zunehmend an den Anforderungen großer KI-Modelle aus.
Der große Arbeitsspeicher soll es erlauben, umfangreiche Sprachmodelle vollständig lokal auf einem Mac Studio zu betreiben, ohne Anfragen an Cloud-Server auszulagern. Gurman zufolge nähere sich die angepeilte KI-Leistung damit eher spezialisierten Beschleunigern wie Nvidias Blackwell-Plattform an als einem klassischen Desktop-Prozessor. Nvidias Chips bleiben jedoch auf das Training in Rechenzentren ausgelegt und liegen bei reiner Rechenleistung weiterhin vorn.
Neben dem Consumer-Chip plant Apple demnach eine abgeleitete Serverversion. Sie soll sowohl On-Device- als auch cloudbasierte Funktionen von Apple Intelligence antreiben. In Gurmans Übersicht zur Chip-Roadmap tauchen zudem die Bezeichnungen M6, M7, M7 Pro, M7 Max und M8 auf. Das deutet auf eine mehrjährige Modellfamilie bis zum Ende des Jahrzehnts hin, mit jährlichen Aktualisierungen der Mac-Studio- und MacBook-Pro-Reihe.
Entscheidend wird, ob Apple die 1,5-Terabyte-Ausstattung tatsächlich zum Marktstart anbietet oder wegen der angespannten Lage am Speicherchip-Markt eine abgespeckte Variante verkauft. Bis zum erwarteten Erscheinen des M7 Ultra im Jahr 2028 bleibt Apple Zeit, die Konfiguration an Bauteilpreise anzupassen. Offen ist zudem, wie stark die für 2029 geplante Server-Variante den Wettbewerb um firmeneigene KI-Infrastruktur beeinflusst, bei dem Apple bislang stärker auf externe Cloud-Partner als auf eigene Rechenzentren gesetzt hat.


