Workday hat sein Add-on für Google Sheets am 19. September 2026 offiziell in die Produktivversion überführt und laut eigener Ankündigung direkt mit Planungsdaten aus Adaptive Planning verknüpft. Finanzteams werten Kennzahlen künftig per Texteingabe aus, ohne Tabellen manuell aus einem separaten System zu exportieren. Google beschreibt die Integration seit dem 21. September 2026 im eigenen Workspace-Blog.
Sidebar verbindet Google Sheets mit Workday-Planungsdaten
Das Add-on Workday für Google Sheets blendet eine Seitenleiste in Google Sheets und Google Slides ein und ruft darüber Zahlen aus Adaptive Planning ab, Workdays Cloud-Werkzeug für Unternehmensplanung. Nutzer wählen per Drag-and-drop Konten und Dimensionen aus einer Hierarchie, Workday baut daraus automatisch eine Tabelle im geöffneten Sheet. Änderungen lassen sich laut Workday-Dokumentation auch zurückschreiben: Wer eine Zelle anpasst, kann die neue Zahl direkt an Adaptive Planning übermitteln, ein Protokoll hält die Änderung nachvollziehbar fest.
Bislang mussten Finanzteams Planzahlen häufig manuell als CSV-Datei exportieren und in eigene Tabellen einpflegen. Dieser Zwischenschritt entfällt mit der direkten Anbindung, wie Google im Workspace-Blog schreibt. Das Add-on lief seit dem 21. November 2025 als Vorschau, bevor es knapp zehn Monate später in die reguläre Produktivversion ging – ein vergleichsweise langer Testzeitraum für Workday. Ähnlich verknüpft Copilot in Excel bereits externe Finanzdaten-Dienste mit Tabellenkalkulationen, allerdings ohne Rückschreib-Funktion in ein Planungssystem. Für die Installation müssen Google-Workspace-Administratoren dem Add-on vorab Rechte einräumen, etwa den Zugriff auf Google Slides, Google Sheets und externe Web-Inhalte innerhalb der Google-Anwendungen.
KI-Funktion Ask Workday beantwortet Fragen zu Kennzahlen
Kern der Integration ist Ask Workday für Adaptive Planning, eine KI-Funktion, die Nutzern das Bauen eigener Formeln abnimmt. Statt eine Tabellenfunktion zu schreiben, formulieren sie Fragen in normaler Sprache, etwa nach der Abweichung zwischen Plan- und Ist-Zahlen in einer bestimmten Kostenstelle. Das System vergleicht Planversionen automatisch mit tatsächlichen Werten und schlüsselt Treiber hinter größeren Abweichungen nach Zeitraum und Dimension auf, etwa nach Abteilung oder Produktlinie.
Zusätzlich erkennt eine Anomalie-Funktion ungewöhnliche Ausschläge in Konten-Hierarchien selbstständig, etwa einen plötzlichen Kostensprung in einer Abteilung, und lenkt die Aufmerksamkeit gezielt auf auffällige Werte, statt dass Analysten jede Zeile einzeln durchgehen. Ergebnisse lassen sich als Diagramm oder Tabelle direkt in ein Sheet einfügen und von dort per Klick nach Google Slides exportieren, sodass ein Bericht ohne Format-Wechsel in eine Präsentation übergeht. Vergleichbar arbeitet bereits Gemini in Google Sheets mit Sprachbefehlen, allerdings ohne Anbindung an ein externes Planungssystem wie Adaptive Planning. Ein Controller kann Ask Workday etwa fragen, warum die Marketingkosten im dritten Quartal vom Plan abweichen, und erhält Antwort samt Diagramm binnen Sekunden statt nach einer manuellen Auswertung.
Zugang bleibt an bestehende Workday-Lizenz gebunden
Das Add-on selbst steht kostenlos im Google Workspace Marketplace bereit, wo es nach Angaben des Eintrags bereits mehr als 49.000-mal installiert wurde, und läuft laut Google in allen Workspace-Editionen, bei Workspace-Individual-Konten und bei privaten Google-Konten. Voraussetzung ist jedoch eine bestehende Lizenz für Workday Adaptive Planning; ohne sie lässt sich das Add-on zwar installieren, aber nicht mit Daten befüllen. Administratoren müssen zusätzlich in den Adaptive-Planning-Berechtigungen sowohl den Zugriff auf das Add-on als auch auf Ask Workday einzeln freischalten, bevor einzelne Mitarbeitende darauf zugreifen können.
Zu konkreten Aufpreisen für Ask Workday äußern sich weder Workday noch Google öffentlich; ob die KI-Funktion im Grundpaket von Adaptive Planning enthalten ist oder gesondert abgerechnet wird, ist unabhängig nicht verifiziert. Eine Einschränkung auf bestimmte Länder oder eine gesonderte EU-Verfügbarkeit nennt Google nicht, der Rollout läuft laut Ankündigung weltweit sowohl in Rapid-Release- als auch in Scheduled-Release-Domains an.
Entscheidend wird, ob Workday den Ansatz auf weitere Tabellenprogramme ausweitet oder ob Google umgekehrt eigene Planungsfunktionen tiefer in Sheets einbaut – beide Unternehmen konkurrieren damit zunehmend um dieselbe Zielgruppe aus Finanz- und Controlling-Teams, die bislang zwischen mehreren Systemen wechseln mussten.


