KI-Praxis

Claude öffnet jetzt selbst Webseiten – aber nur im Bezahl-Abo

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Claude öffnet und bedient ab sofort Webseiten in einem eigenen Browserfenster der Cowork-App, ohne Zugriff auf den privaten Browser. So sammelt Claude etwa Rechnungen von Lieferantenportalen oder füllt Formulare selbstständig aus. Firmenkunden mit Enterprise-Plan nutzen die Funktion bereits, Pro-, Max- und Team-Abos erhalten sie binnen einer Woche. Ein Gratis-Konto reicht nicht, das günstigste Abo kostet rund 18 Euro im Monat.

Ein Browserfenster mit Claude-Logo-Sticker schwebt neben einer entspannten Hand am Schreibtisch und sortiert Rechnungen und Formulare selbstständig in einen Ablagekorb. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Claude bedient Webseiten jetzt in einem eigenen Browserfenster, komplett getrennt vom privaten Browser der Nutzenden.
  • Firmenkunden mit Enterprise-Plan nutzen den Browser bereits, Einzel- und Team-Abos folgen binnen einer Woche.
  • Ein Pro-Abo kostet ab rund 18 Euro im Monat, ein Gratis-Konto reicht für die Funktion nicht.
  • Bestehende Logins aus Chrome, Edge oder Firefox lassen sich per Klick importieren.
  • Anthropic rät ausdrücklich von Bankgeschäften und sensiblen Kundendaten im Browser ab.
  • Verfügbar ist die Funktion für Mac und Windows, für Linux läuft sie noch als Testversion.

Claude erledigt Web-Aufgaben in der Cowork-App ab sofort mit einem eigenen, eingebauten Browser, den Anthropic am 26. August vorgestellt hat. Statt den privaten Browser der Nutzenden zu steuern, öffnet Claude Webseiten in einem getrennten Fenster, füllt Formulare aus und sammelt etwa Rechnungen von Lieferantenportalen. Firmenkunden mit Enterprise-Plan nutzen die Funktion bereits, Pro-, Max- und Team-Abos erhalten sie binnen einer Woche.

Claude erledigt Web-Aufgaben jetzt ganz allein

Bislang musste Claude für Aufgaben im Internet entweder auf den eigenen Chrome-Browser der Nutzenden zugreifen oder ganz auf die Weboberfläche verzichten. Laut der offiziellen Ankündigung von Anthropic öffnet sich künftig ein eigenes, getrenntes Browserfenster direkt in der Seitenleiste der Cowork-App, sobald eine Aufgabe eine Webseite betrifft. Claude navigiert darin selbstständig, liest Seiteninhalte, klickt Buttons an und füllt Formulare aus, während Beschäftigte an anderer Stelle weiterarbeiten können.

Der neue Browser hat keinen Zugriff auf gespeicherte Tabs, Lesezeichen oder Passwörter des privaten Browserprofils. Wer bereits die Chrome-Erweiterung für Cowork nutzt, kann weiterhin dabei bleiben – die beiden Varianten lassen sich in den Einstellungen jederzeit umschalten. Bei riskanten Schritten wie dem Absenden eines Formulars fragt Claude vor der Ausführung automatisch nach einer Bestätigung, ein Schutzmechanismus, den es bereits von der bisherigen Chrome-Integration kennt.

Der Browser sammelt Rechnungen und pflegt Kundendaten

Im Büroalltag zeigt sich der Nutzen etwa am Monatsende: Eine Sachbearbeiterin bittet Claude, die aktuellen Rechnungen von fünf verschiedenen Lieferantenportalen zusammenzutragen. Statt sich bei jedem Portal einzeln einzuloggen, öffnet Claude die Seiten nacheinander im eigenen Browserfenster, meldet sich mit zuvor importierten Zugangsdaten an, lädt die neuesten Rechnungen herunter und legt sie geordnet in einem gemeinsamen Ordner ab.

Auch für Recherchearbeiten oder das Pflegen von Kundendaten im firmeneigenen CRM-System eignet sich die Funktion laut Anthropic: Claude durchsucht mehrere Webseiten nach Informationen für einen Bericht oder trägt neue Kontaktdaten in bestehende Systeme ein. Bestehende Anmeldedaten aus Chrome, Edge oder Firefox lassen sich beim ersten Start über die Schaltfläche „Import cookies” in einem Schritt übernehmen, ein erneutes manuelles Anmelden entfällt damit für wiederkehrende Aufgaben.

Verfügbar ist der Browser vorerst nur im Bezahl-Abo

Auf Enterprise-Konten steht die Funktion bereits zur Verfügung, Administratorinnen und Administratoren schalten sie in den Organisationseinstellungen frei. Für Einzelkonten mit den Plänen Pro, Max und Team rollt Anthropic den Browser nach eigenen Angaben in der Woche ab dem 26. August schrittweise aus. Ein kostenloses Claude-Konto reicht nicht aus; das günstigste Pro-Abo kostet in Deutschland rund 18 Euro im Monat. Genutzt werden kann der Browser in der Desktop-App für Mac und Windows, unter Linux läuft er noch als Testversion.

So aktiviert man den eingebauten Browser in Cowork:

  1. Die Cowork-App auf dem Desktop öffnen.
  2. In den Einstellungen den Bereich „Cowork” aufrufen.
  3. Bei „Bevorzugter Browser” die Option „Eingebauter Browser” auswählen.
  4. Bestehende Logins über die Schaltfläche „Import cookies” übernehmen, falls gewünscht.
  5. Eine Aufgabe mit Webbezug stellen – der Browser öffnet sich automatisch im Seitenbereich.

Entscheidend wird, wie zuverlässig sich der getrennte Browser gegen sogenannte Prompt-Injection-Angriffe behauptet, bei denen versteckte Anweisungen auf präparierten Webseiten die KI umlenken – Anthropic räumt ein, dass dieses Risiko grundsätzlich bei jedem browsergesteuerten KI-Assistenten bestehe. Für Bankgeschäfte, Gesundheitsdaten oder persönliche Daten Dritter rät das Unternehmen ausdrücklich vom Einsatz ab; bei Kunden- oder Vertragsdaten lohnt vorab ein Blick in die eigene Datenschutzrichtlinie und den Auftragsverarbeitungsvertrag mit Anthropic. Offen bleibt, wann die Linux-Version den Testphasen-Status verlässt.

Häufige Fragen

Was kostet der eingebaute Browser zusätzlich?

Nichts – er ist Teil der bezahlten Cowork-Pläne Pro, Max, Team und Enterprise ohne Aufpreis enthalten.

Reicht ein kostenloses Claude-Konto?

Nein, laut Anthropic steht die Funktion ausschließlich zahlenden Abonnentinnen und Abonnenten offen.

Ist der Browser auch in Deutschland verfügbar?

Ja, der Rollout läuft weltweit ohne Sprach- oder Länderbeschränkung, betrifft aber vorerst nur die Desktop-App.

Darf ich damit Firmen- oder Kundendaten verarbeiten?

Anthropic rät vom Einsatz bei Bankgeschäften, Gesundheitsdaten oder persönlichen Daten Dritter ausdrücklich ab; bei anderen Firmendaten lohnt vorab ein Blick in die eigene Datenschutzrichtlinie.

Wie unterscheidet sich das von der bisherigen Chrome-Erweiterung?

Der neue Browser läuft in einem eigenen, getrennten Fenster ohne Zugriff auf Tabs oder Passwörter des privaten Chrome-Profils, während die bisherige Erweiterung direkt im eigenen Chrome-Browser arbeitete.

Quellen (3)
  1. Claude Cowork gets a built-in browser (Anthropic-Blog)
  2. Use the built-in browser in Claude Cowork (Anthropic Help Center)
  3. Anthropic is giving its AI Claude its own browser (heise online)

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