Claude erledigt Web-Aufgaben in der Cowork-App ab sofort mit einem eigenen, eingebauten Browser, den Anthropic am 26. August vorgestellt hat. Statt den privaten Browser der Nutzenden zu steuern, öffnet Claude Webseiten in einem getrennten Fenster, füllt Formulare aus und sammelt etwa Rechnungen von Lieferantenportalen. Firmenkunden mit Enterprise-Plan nutzen die Funktion bereits, Pro-, Max- und Team-Abos erhalten sie binnen einer Woche.
Claude erledigt Web-Aufgaben jetzt ganz allein
Bislang musste Claude für Aufgaben im Internet entweder auf den eigenen Chrome-Browser der Nutzenden zugreifen oder ganz auf die Weboberfläche verzichten. Laut der offiziellen Ankündigung von Anthropic öffnet sich künftig ein eigenes, getrenntes Browserfenster direkt in der Seitenleiste der Cowork-App, sobald eine Aufgabe eine Webseite betrifft. Claude navigiert darin selbstständig, liest Seiteninhalte, klickt Buttons an und füllt Formulare aus, während Beschäftigte an anderer Stelle weiterarbeiten können.
Der neue Browser hat keinen Zugriff auf gespeicherte Tabs, Lesezeichen oder Passwörter des privaten Browserprofils. Wer bereits die Chrome-Erweiterung für Cowork nutzt, kann weiterhin dabei bleiben – die beiden Varianten lassen sich in den Einstellungen jederzeit umschalten. Bei riskanten Schritten wie dem Absenden eines Formulars fragt Claude vor der Ausführung automatisch nach einer Bestätigung, ein Schutzmechanismus, den es bereits von der bisherigen Chrome-Integration kennt.
Der Browser sammelt Rechnungen und pflegt Kundendaten
Im Büroalltag zeigt sich der Nutzen etwa am Monatsende: Eine Sachbearbeiterin bittet Claude, die aktuellen Rechnungen von fünf verschiedenen Lieferantenportalen zusammenzutragen. Statt sich bei jedem Portal einzeln einzuloggen, öffnet Claude die Seiten nacheinander im eigenen Browserfenster, meldet sich mit zuvor importierten Zugangsdaten an, lädt die neuesten Rechnungen herunter und legt sie geordnet in einem gemeinsamen Ordner ab.
Auch für Recherchearbeiten oder das Pflegen von Kundendaten im firmeneigenen CRM-System eignet sich die Funktion laut Anthropic: Claude durchsucht mehrere Webseiten nach Informationen für einen Bericht oder trägt neue Kontaktdaten in bestehende Systeme ein. Bestehende Anmeldedaten aus Chrome, Edge oder Firefox lassen sich beim ersten Start über die Schaltfläche „Import cookies” in einem Schritt übernehmen, ein erneutes manuelles Anmelden entfällt damit für wiederkehrende Aufgaben.
Verfügbar ist der Browser vorerst nur im Bezahl-Abo
Auf Enterprise-Konten steht die Funktion bereits zur Verfügung, Administratorinnen und Administratoren schalten sie in den Organisationseinstellungen frei. Für Einzelkonten mit den Plänen Pro, Max und Team rollt Anthropic den Browser nach eigenen Angaben in der Woche ab dem 26. August schrittweise aus. Ein kostenloses Claude-Konto reicht nicht aus; das günstigste Pro-Abo kostet in Deutschland rund 18 Euro im Monat. Genutzt werden kann der Browser in der Desktop-App für Mac und Windows, unter Linux läuft er noch als Testversion.
So aktiviert man den eingebauten Browser in Cowork:
- Die Cowork-App auf dem Desktop öffnen.
- In den Einstellungen den Bereich „Cowork” aufrufen.
- Bei „Bevorzugter Browser” die Option „Eingebauter Browser” auswählen.
- Bestehende Logins über die Schaltfläche „Import cookies” übernehmen, falls gewünscht.
- Eine Aufgabe mit Webbezug stellen – der Browser öffnet sich automatisch im Seitenbereich.
Entscheidend wird, wie zuverlässig sich der getrennte Browser gegen sogenannte Prompt-Injection-Angriffe behauptet, bei denen versteckte Anweisungen auf präparierten Webseiten die KI umlenken – Anthropic räumt ein, dass dieses Risiko grundsätzlich bei jedem browsergesteuerten KI-Assistenten bestehe. Für Bankgeschäfte, Gesundheitsdaten oder persönliche Daten Dritter rät das Unternehmen ausdrücklich vom Einsatz ab; bei Kunden- oder Vertragsdaten lohnt vorab ein Blick in die eigene Datenschutzrichtlinie und den Auftragsverarbeitungsvertrag mit Anthropic. Offen bleibt, wann die Linux-Version den Testphasen-Status verlässt.


