Dossier · Laufend aktualisiert

Claude Mythos und Project Glasswing

Anthropics unveröffentlichtes Modell Claude Mythos Preview und das Partnerprogramm Project Glasswing: was es findet und wer die Funde prüft.

Im April 2026 kündigte Anthropic mit Claude Mythos Preview ein Modell an, das Sicherheitslücken eigenständig aufspüren kann, und gab es statt einer öffentlichen Freigabe im Rahmen von Project Glasswing an inzwischen rund 200 Partnerorganisationen aus. Seither begleitet dieses Dossier, was das Modell zutage bringt: zunächst einen Rekord an gemeldeten CVEs, später kryptografische Angriffe auf das Post-Quanten-Verfahren HAWK und eine verkürzte AES-Variante.

Der rote Faden des Strangs ist weniger das Finden als das Prüfen. In beiden Fällen berichten die beteiligten Forschenden, dass die Bewertung der Modellergebnisse deutlich mehr Zeit und Fachwissen bindet als deren Entdeckung – und dass unabhängige Bestätigungen bislang die Ausnahme sind. Offen bleibt, wie Standardisierungsgremien, Maintainer und Sicherheitsteams mit dieser Verschiebung umgehen.

Chronologie

  1. KI-Bug-Hunting lässt Zahl gemeldeter CVEs explodieren

    Epoch AI misst im Juni 2026 einen CVE-Rekord: 3,5-mal mehr kritische Schwachstellen, seit Claude Mythos und OpenAIs Daybreak aktiv nach Bugs suchen.

  2. Claude Mythos findet neue Angriffe auf HAWK und AES-128

    Anthropics Modell senkte den Rechenaufwand für einen Angriff auf das Post-Quanten-Verfahren HAWK in 60 Stunden; eingesetzte Systeme bleiben sicher.

  3. VulnCheck: Angreifer nutzen nur 1,3 Prozent der KI-Lücken

    Eine Analyse von VulnCheck zeigt: KI-entdeckte Sicherheitslücken werden nicht häufiger angegriffen als klassisch gefundene Schwachstellen.

  4. Anthropic bringt Mythos 5 in Sicherheits-Tool Claude Security

    Das bislang nur Partnern vorbehaltene KI-Modell Mythos 5 durchsucht jetzt automatisch Firmen-Code nach Schwachstellen – zunächst nur für Enterprise-Kunden.