Sicherheit

OpenAI koordiniert seit Wochen KI-Sicherheit mit Google und Anthropic

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TL;DR Too Long; Didn’t read

OpenAI koordiniert nach eigenen Angaben seit mehreren Wochen mit Anthropic und Google DeepMind Maßnahmen zur KI-Sicherheit, ohne dafür eine Ausnahme vom Kartellrecht zu beantragen. Das bestätigte Politikchef Chris Lehane laut TechCrunch am Dienstag in Washington. FTC-Chef Andrew Ferguson äußerte am selben Tag Skepsis gegenüber Firmen, die gleichzeitig Regulierung und Kartellausnahmen verlangen.

Drei Hände mit aufgeklebten Logo-Stickern von OpenAI, Anthropic und Google DeepMind legen sich übereinander, im Hintergrund kippt eine Waage der Justitia zur Seite. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Chris Lehane bestätigt wochenlange Sicherheitsgespräche zwischen OpenAI, Anthropic und Google DeepMind.
  • OpenAI hält eine Kartellrechts-Ausnahme für die Abstimmung nicht für erforderlich.
  • FTC-Chef Andrew Ferguson warnt vor Firmen, die Regulierung und Kartellausnahmen gleichzeitig fordern.
  • Senatoren Banks und Schiff wollen eine eng gefasste Ausnahme in ein Verteidigungsgesetz aufnehmen.
  • Das Repräsentantenhaus verlässt Washington am 18. September, eine Entscheidung gilt vor Jahresende als unwahrscheinlich.
  • Google-DeepMind-Chef Demis Hassabis fordert zusätzlich eine neue staatliche Prüfbehörde für KI.

OpenAIs Politikchef Chris Lehane hat bestätigt, dass sein Unternehmen seit mehreren Wochen mit Anthropic und Google DeepMind über gemeinsame Sicherheitsstandards für KI-Modelle spricht. Eine gesetzliche Ausnahme vom US-Kartellrecht halte OpenAI dafür nicht für nötig, erklärte Lehane am Dienstag in Washington. Grundlage ist Dario Amodeis Essay vom 12. September, der eine Kartellrechts-Ausnahme und ein langsameres KI-Tempo fordert.

Lehane bestätigt wochenlange Sicherheitsgespräche

OpenAIs globaler Politikchef Chris Lehane bestätigte laut TechCrunch, dass die Abstimmung zwischen den drei Unternehmen bereits seit mehreren Wochen laufe – deutlich länger, als es die öffentliche Debatte der vergangenen Tage vermuten lasse. Eine gesetzliche Ausnahme vom Kartellrecht sei für die Zusammenarbeit nicht nötig, es sei besser, gemeinsam an der Sicherheit zu arbeiten, sagte Lehane bei einem Termin in Washington. OpenAI unterstütze zudem den sogenannten FRONTIER Act, der unabhängige Prüforganisationen an den führenden KI-Laboren vorschreiben soll.

Damit äußert sich OpenAI erstmals konkret zu einer Forderung, die über Amodeis Essay hinausgeht: Anthropic hatte in der vergangenen Woche zusätzlich eine eng begrenzte Kartellrechts-Ausnahme beantragt, die es Wettbewerbern ausdrücklich erlauben soll, sich auf ein gemeinsames, langsameres Entwicklungstempo zu verständigen. OpenAI-Chef Sam Altman hatte bereits im Rahmen der Debatte um Microsofts Verhaltenskodex angekündigt, externe Prüfer mit mitarbeitergleichem Zugang bei OpenAI einzusetzen. Google-DeepMind-Chef Demis Hassabis unterstützte Amodeis Vorstoß ebenfalls öffentlich und forderte darüber hinaus eine neue staatliche Prüfbehörde für KI-Systeme.

Kongress prüft eng gefasste Kartellrechts-Ausnahme

Im US-Kongress kursieren mehrere Vorschläge, wie eine solche Ausnahme rechtlich aussehen könnte. Die Senatoren Jim Banks und Adam Schiff wollen laut einem Bloomberg-Bericht eine eng gefasste Freistellung für den Informationsaustausch zu vier Risikofeldern – Kontrollverlust über KI-Systeme, Cyberbedrohungen, biologische Risiken und Datenabfluss nach China – in ein laufendes Verteidigungsgesetz aufnehmen. Parallel unterstützt OpenAI einen Regulierungsrahmen der Abgeordneten Jay Obernolte und Lori Trahan sowie einen Senatsvorschlag von John Thune, Ted Cruz und Amy Klobuchar zu katastrophalen KI-Risiken.

Eine Entscheidung des Kongresses gilt jedoch vor Jahresende als unwahrscheinlich. Das Repräsentantenhaus verlässt Washington bereits am 18. September in die Sitzungspause, weitere legislative Schritte dürften sich dadurch frühestens 2027 folgen. Kleinere KI-Wettbewerber und mehrere Kartellrechtsexperten kritisierten den Vorstoß bereits: Bestehende Rechtsdoktrinen erlaubten den Austausch sicherheitsrelevanter Informationen ohnehin schon, etwa nach dem Vorbild bestehender Regelungen zum Austausch von Cyberbedrohungsdaten zwischen Unternehmen. Eine zusätzliche gesetzliche Ausnahme sei aus ihrer Sicht deshalb nicht erforderlich und diene vor allem dazu, kleineren Anbietern den Zugang zu vergleichbaren Absprachen zu erschweren.

FTC-Chef zweifelt an Doppelstrategie der Konzerne

FTC-Chef Andrew Ferguson äußerte am Dienstag bei einem Auftritt an der Georgetown University in Washington offene Skepsis gegenüber der Forderung, ohne Anthropic dabei namentlich zu nennen. Sein Verdacht richte sich generell gegen Unternehmen, die gleichzeitig neue Regulierung und eine Kartellrechts-Ausnahme verlangten: “Alle meine Alarmglocken gehen los”, sagte Ferguson laut einer AP-Meldung. Beides zusammen schaffe Marktzutrittsbarrieren, die etablierte Anbieter vor Konkurrenz abschirmen könnten.

Fergusons Äußerung gilt als erste öffentliche Reaktion der Trump-Regierung auf Anthropics konkrete Ausnahme-Bitte. Sie reiht sich ein in eine Debatte, die zeigt, wie unterschiedlich Sicherheitsargumente in Washington gelesen werden: als ernst gemeinte Vorsorge oder als Werkzeug, mit dem etablierte Marktführer regulatorische Hürden für kleinere Konkurrenten aufbauen.

Offen bleibt, ob Google DeepMind und Meta die Abstimmung künftig auch formell mittragen oder es bei stillschweigender Zusammenarbeit belassen. Ebenso unklar ist, ob der Kongress angesichts der FTC-Skepsis überhaupt eine gesetzliche Grundlage für die von Amodei gewünschte Kartellrechts-Ausnahme schafft. Bis eine Entscheidung fällt, bleibt die informelle Abstimmung zwischen den drei größten KI-Laboren der bislang einzige konkrete Schritt in der seit Amodeis Essay laufenden Tempo-Debatte.

Häufige Fragen

Warum sieht Amodei eine Kartellrechts-Ausnahme für die Sicherheitsabstimmung als nötig an?

Ohne eine solche Ausnahme könnte eine Verabredung mehrerer Konkurrenten auf ein langsameres Entwicklungstempo als wettbewerbswidrige Absprache gewertet werden. Amodei hatte deshalb in der vergangenen Woche eine eng begrenzte gesetzliche Freistellung gefordert.

Welche Gesetzesvorschläge liegen dem US-Kongress dazu vor?

Die Senatoren Jim Banks und Adam Schiff wollen eine begrenzte Ausnahme für den Austausch von Sicherheitsinformationen zu vier Risikofeldern in ein Verteidigungsgesetz aufnehmen. Parallel unterstützt OpenAI einen Regulierungsrahmen der Abgeordneten Jay Obernolte und Lori Trahan sowie einen Senatsvorschlag von John Thune, Ted Cruz und Amy Klobuchar.

Was genau kritisierte FTC-Chef Ferguson an der Forderung?

Ferguson hält es für verdächtig, wenn Unternehmen gleichzeitig neue Regulierung und eine Kartellrechts-Ausnahme verlangen, weil beides zusammen Markteintrittsbarrieren für Konkurrenten schaffen könnte. Anthropic nannte er dabei nicht namentlich.

Beteiligen sich auch Google DeepMind und Meta offiziell an der Abstimmung?

Google-DeepMind-Chef Demis Hassabis unterstützte Amodeis Vorstoß öffentlich und forderte zusätzlich eine neue staatliche Prüfbehörde für KI. Eine förmliche Beteiligung von Google DeepMind oder eine Stellungnahme von Meta liegt bislang nicht vor.

Bis wann könnte der Kongress über eine Ausnahmeregelung entscheiden?

Eine Entscheidung vor Jahresende gilt als unwahrscheinlich, da das Repräsentantenhaus bereits am 18. September in die Sitzungspause geht. Beobachter rechnen frühestens 2027 mit einer möglichen Abstimmung.

Quellen (3)
  1. TechCrunch: OpenAI, Anthropic, Google have been in talks on AI safety for weeks
  2. Claims Journal (Bloomberg-Meldung): OpenAI Says It's Working With Anthropic, Google on AI Safety
  3. The Star (AP-Meldung): FTC chair suspicious of calls for AI antitrust exemptions

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