Sicherheit

Langflow-Lücke: CISA meldet aktive Angriffe auf KI-Agenten-Tool

2 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat die mit CVSS 9,8 bewertete Schwachstelle CVE-2026-9198 in der KI-Plattform Langflow von IBM am 4. August 2026 offiziell als aktiv ausgenutzt eingestuft. Die Lücke erlaubt unangemeldeten Angreifern vollen Fernzugriff auf Standardinstallationen, ein öffentlicher Exploit-Code kursiert bereits seit Ende Juli. US-Bundesbehörden müssen bis zum 7. August patchen, Sicherheitsforscher raten auch privaten Betreibern zur sofortigen Aktualisierung.

Eine maskierte Hand greift durch ein offenes, aus Flussdiagramm-Knoten geformtes Vorhängeschloss nach einem Netzwerkkabel vor einem Serverschrank mit IBM-Logo-Sticker und rotem Warnlicht Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • CISA setzt US-Bundesbehörden eine Update-Frist bis zum 7. August 2026 für die Langflow-Lücke.
  • Zwei verkettete API-Endpunkte erlauben Angreifern ohne Login vollen Systemzugriff auf Standardinstallationen.
  • IBM übernahm Langflow 2025 mit dem Kauf von DataStax und bindet es in watsonx.ai ein.
  • Ein funktionierender Exploit-Code war bereits Ende Juli öffentlich einsehbar.
  • Es ist binnen zwei Wochen die zweite kritische Fernzugriffslücke, die CISA bei Langflow bestätigt.
  • Betroffen sind Versionen 1.0.0 bis 1.10.0, das Update auf 1.10.1 schließt die Lücke.

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA warnt vor aktivem Missbrauch einer kritischen Schwachstelle in Langflow, einer bei Entwicklerinnen und Entwicklern beliebten Open-Source-Plattform für den Bau von KI-Agenten. Die mit CVSS 9,8 bewertete Lücke CVE-2026-9198 erlaubt Angreifern ohne Anmeldedaten vollen Fernzugriff auf Standardinstallationen. CISA setzte US-Bundesbehörden eine Frist bis zum 7. August 2026, um das bereits im Juli veröffentlichte Update einzuspielen.

Zwei verkettete Endpunkte öffnen vollen Systemzugriff

Langflow ist eine visuelle Low-Code-Plattform, mit der sich KI-Agenten und Retrieval-Workflows per Drag-and-drop zusammenklicken lassen, ganz ohne tiefe Programmierkenntnisse. IBM hatte das Werkzeug 2025 mit der Übernahme von DataStax erworben und in sein Entwicklungsstudio watsonx.ai eingebunden. Die Schwachstelle CVE-2026-9198 verkettet zwei Schwächen in der Standardkonfiguration der Software.

Der Endpunkt /api/v1/auto_login vergibt an jeden Netzwerkaufrufer ein Superuser-Token, ganz ohne Anmeldung. Mit diesem Token lässt sich anschließend der Endpunkt /api/v1/validate/code ansprechen, der eingereichten Python-Code über die Funktion exec() direkt ausführt statt ihn nur sicher zu prüfen. In Kombination verschaffen sich Angreifer so volle Kontrolle über den Langflow-Dienst, ohne ein einziges Passwort zu kennen.

Betroffen sind laut IBM die Versionen 1.0.0 bis 1.10.0. Das bereits am 17. Juli veröffentlichte Update auf Version 1.10.1 schließt die Lücke vollständig. Bereits Ende Juli kursierte zudem funktionierender Exploit-Code frei im Netz, komplett mit Anleitung zur Ausnutzung.

CISA setzt Bundesbehörden knappe Frist zum Patchen

Die US-Cybersicherheitsbehörde nahm die Lücke am 4. August 2026 offiziell in ihren Known-Exploited-Vulnerabilities-Katalog auf und bestätigte damit aktive Ausnutzung in freier Wildbahn. Zivile US-Bundesbehörden müssen die Schwachstelle bis zum 7. August 2026 schließen. Im selben Bündel markierte CISA auch eine Lücke in Apache Tomcat sowie zwei Schwachstellen in der Fernwartungssoftware N-central als aktiv angegriffen.

Es ist binnen zwei Wochen bereits die zweite kritische Fernzugriffslücke, die CISA bei Langflow bestätigt. Verwundbare No-Code-Werkzeuge für KI-Agenten häufen sich in diesem Sommer. Erst im Juni deckte ein Sicherheitsforscher bei der Open-Source-Plattform Ruflo eine vergleichbar offene Netzwerkschnittstelle auf, über die sich fremde Server-Shells ganz ohne Zugangsdaten öffnen ließen.

Wer Langflow selbst betreibt, sollte umgehend auf Version 1.10.1 oder neuer aktualisieren und den Auto-Login-Endpunkt zusätzlich per Firewall vom offenen Netz abschotten, rät IBM. Für private Unternehmen und Organisationen außerhalb der US-Bundesverwaltung besteht zwar keine rechtliche Update-Pflicht, Sicherheitsforscher empfehlen angesichts des öffentlich kursierenden Exploit-Codes aber ebenfalls sofortiges Patchen.

Entscheidend wird, ob Unternehmen mit dem rasanten Wachstum von No-Code-Plattformen für KI-Agenten auch beim Patchen mithalten – gerade weil solche Werkzeuge oft außerhalb der offiziellen IT-Aufsicht in einzelnen Fachabteilungen entstehen. Ob CISA nach dem 7. August weitere Details zum Ausmaß der Angriffe veröffentlicht, ist bislang offen.

Häufige Fragen

Was ist Langflow genau?

Langflow ist eine visuelle Low-Code-Plattform von IBM zum Zusammenklicken von KI-Agenten und Retrieval-Workflows, seit der DataStax-Übernahme 2025 Teil von watsonx.ai. Entwicklerinnen und Entwickler nutzen sie, um Agenten ohne umfangreiche Programmierung zu bauen.

Ist die Lücke bereits gepatcht?

Ja, IBM veröffentlichte am 17. Juli 2026 mit Version 1.10.1 einen Fix. Wer eine ältere Version zwischen 1.0.0 und 1.10.0 betreibt, bleibt bis zum Update angreifbar.

Gilt die CISA-Frist auch für Unternehmen in Deutschland und der EU?

Nein, die Anweisung bindet nur US-Bundesbehörden. Da der Exploit-Code öffentlich kursiert, empfehlen Sicherheitsforscher aber allen Betreibern weltweit, unabhängig vom Standort umgehend zu patchen.

Wie viele Systeme sind weltweit betroffen?

Verlässliche Zahlen zu offen erreichbaren Langflow-Installationen liegen bislang nicht vor, weder IBM noch CISA haben dazu Angaben veröffentlicht.

War dies die erste Sicherheitslücke in Langflow in diesem Jahr?

Nein. CISA hatte bereits zwei Wochen zuvor eine weitere kritische Langflow-Schwachstelle mit Root-Rechten als aktiv ausgenutzt eingestuft, zusätzlich wurden 2026 mehrere weitere RCE- und Authentifizierungslücken in dem Tool gemeldet.

Quellen (5)
  1. CISA Adds Three Known Exploited Vulnerabilities to Catalog – CISA
  2. CVE-2026-9198 Detail – National Vulnerability Database
  3. IBM's agentic AI platform is under active attack - patch now – The Register
  4. CISA warns of hackers exploiting Langflow, N-central, Apache Tomcat flaws – BleepingComputer
  5. CVE-2026-9198: Langflow RCE Vulnerability – SentinelOne

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