Sicherheit

Microsoft Teams bekommt Melde-Button gegen Deepfakes im Meeting

3 Min. Lesezeit

TL;DR Too Long; Didn’t read

Microsoft Teams lässt Nutzerinnen und Nutzer verdächtiges Verhalten – etwa gefälschte Teilnehmerbilder oder Phishing-Versuche – ab sofort direkt im laufenden Meeting an die IT melden. Der Rollout startet Anfang August 2026 gestaffelt und soll bis Oktober weltweit verfügbar sein, ohne Zusatzkosten. Grund ist die Zunahme KI-gestützter Betrugsanrufe mit geklonten Stimmen und Gesichtern.

Eine Hand drückt auf einen roten Melde-Knopf neben einem Laptop-Bildschirm mit einer Videokonferenz, auf der eine Teilnehmer-Kachel ein doppeltes, verzerrtes Gesicht zeigt; auf dem Laptop klebt ein Microsoft-Teams-Logo-Sticker. Generiertes Bild mit GPT Image 2

Das Wichtigste in Kürze

  • Neuer Button meldet Deepfake- oder Phishing-Verdacht direkt aus dem laufenden Teams-Meeting an die IT.
  • Rollout beginnt Anfang August 2026 testweise, ab Oktober 2026 gilt die Funktion weltweit.
  • Die Meldefunktion ist standardmäßig aktiviert und kostet nichts zusätzlich zum bestehenden Teams-Abo.
  • Zu finden über das Menü Weitere Aktionen im Meeting oder im Besprechungschat.
  • IT-Teams sehen Meldungen im Microsoft Defender oder im Teams Admin Center.
  • Ergänzt die bisherige Melde-Funktion für einzelne Chat-Nachrichten und Anrufe in Teams.

Microsoft rüstet Teams-Meetings gegen KI-Betrug auf: Ein neuer Button meldet verdächtiges Verhalten wie gefälschte Videobilder oder Phishing-Nachrichten direkt während der Besprechung an die IT. Der Rollout beginnt Anfang August 2026 und soll bis Oktober weltweit abgeschlossen sein. Kosten entstehen für die Meldefunktion selbst nicht.

Teams meldet Verdachtsfälle jetzt live aus dem Meeting

Bisher konnten Teams-Nutzerinnen und -Nutzer nur einzelne Chat-Nachrichten oder abgeschlossene Anrufe nachträglich als Sicherheitsrisiko melden. Die neue Funktion Meeting melden erweitert das auf laufende Besprechungen: Wer während eines Video- oder Audio-Meetings etwas Verdächtiges bemerkt, wählt im Menü Weitere Aktionen oder im Besprechungschat den Punkt Meeting melden und gibt einen Grund an – etwa Phishing, Identitätsbetrug oder sogenanntes Social Engineering, also psychologische Tricks, mit denen Betrüger Vertrauen erschleichen. Die Meldung geht automatisch samt Meeting-Metadaten an die IT-Sicherheitsabteilung, ohne dass die Besprechung unterbrochen werden muss. Laut Windows Latest reagiert Microsoft damit gezielt auf die wachsende Zahl an KI-Betrugsanrufen mit geklonten Chef-Stimmen und -Gesichtern, wie sie zuletzt auch deutsche Büros trafen. Die Funktion steht im Teams-Desktop-Programm und in der Web-Version zur Verfügung und ergänzt die ohnehin wachsende Zahl an KI-Funktionen in Teams-Meetings, etwa die automatische Protokollerstellung nach Besprechungen. Parallel kennzeichnet Microsoft externe, nicht eingeladene Bots im Warteraum, damit Organisatorinnen und Organisatoren sie einzeln freigeben oder abweisen müssen, statt sie versehentlich mit ins Meeting zu lassen.

So hilft der Button im Büroalltag

Ein Beispiel aus dem Tagesgeschäft: Eine Sachbearbeiterin sitzt in einer kurzfristig angesetzten Teams-Konferenz, in der ein vermeintlicher Finanzvorstand per Video eine dringende Überweisung anordnet. Bild und Stimme wirken minimal verzögert und leicht künstlich – ein typisches Anzeichen für einen Deepfake-Anruf. Statt aufzulegen oder die Anweisung stillschweigend zu befolgen, öffnet sie während des laufenden Gesprächs das Meldemenü, wählt Social Engineering als Grund und schickt die Meldung ab. Die IT-Sicherheitsabteilung erhält die Meeting-Metadaten in Echtzeit über das Microsoft-Sicherheitscenter Defender und kann eingreifen, noch während das Meeting läuft. Ergänzend bleibt der bewährte Rat gültig: Bei jeder ungewöhnlichen Zahlungsanweisung über eine bekannte Telefonnummer zurückrufen, statt der im Meeting angezeigten Nummer zu vertrauen. Die Meldefunktion ersetzt diese Vorsicht nicht, sie beschleunigt nur die Reaktion der IT. Der Absender einer gemeldeten Nachricht oder ein gemeldetes Meeting erfährt dabei nichts von der Meldung, sodass Betroffene unbesorgt melden können, auch wenn sich der Verdacht später als unbegründet herausstellt.

Rollout läuft bis Oktober, Kosten entstehen keine

Die Funktion startet laut Berichterstattung mehrerer Fachmedien Anfang August 2026 zunächst für einen Teil der Organisationen und soll ab Anfang Oktober 2026 weltweit für alle Microsoft-365-Teams-Kundinnen und -Kunden verfügbar sein. Microsofts interne Ankündigung dazu ist nicht öffentlich einsehbar, die Rollout-Termine sind daher unabhängig nicht verifiziert, werden aber von mehreren Quellen übereinstimmend genannt. Der Melde-Button selbst ist Teil des regulären Teams-Abos, braucht keine separate App oder Installation und kostet nichts extra. Eine ausführliche Auswertung der Meldungen durch die IT setzt allerdings Microsoft Defender for Office 365 oder Defender XDR voraus, was in vielen Firmenlizenzen bereits enthalten ist; ohne diese Auswertung geht die Meldung trotzdem beim zuständigen Administrator-Postfach ein. So findet man die Funktion:

  1. Im laufenden Meeting auf die drei Punkte bei Weitere Aktionen klicken.
  2. Meeting melden auswählen – alternativ über den Besprechungschat oben im Fenster.
  3. Passenden Grund angeben, etwa Phishing, Identitätsbetrug oder sonstiger Sicherheitsverdacht.
  4. Meldung absenden; die Besprechung läuft währenddessen normal weiter.

Entscheidend wird, ob Beschäftigte die neue Meldefunktion im Ernstfall überhaupt kennen und nutzen – ein Button bringt nichts, wenn niemand weiß, dass es ihn gibt. IT-Abteilungen sollten die Funktion daher aktiv ankündigen, statt sich auf den automatischen Rollout zu verlassen. Offen bleibt zudem, wie schnell Sicherheitsteams auf eine Meldung tatsächlich reagieren können, während das Meeting noch läuft. Wer sensible Kunden- oder Firmendaten in Teams bespricht, sollte unabhängig von der neuen Funktion vorsichtig bleiben und ungewöhnliche Zahlungsaufforderungen grundsätzlich über einen zweiten Kanal gegenprüfen.

Häufige Fragen

Was kostet die neue Meldefunktion in Teams?

Nichts zusätzlich – sie ist Teil des regulären Microsoft-365-Teams-Abos und braucht keine separate Lizenz.

Brauche ich Microsoft Defender, um sie zu nutzen?

Zum Melden selbst nicht. Nur die ausführliche Auswertung durch die IT setzt Microsoft Defender for Office 365 oder Defender XDR voraus.

Ist die Funktion in Deutschland und der EU verfügbar?

Ja, der Rollout ist laut Berichten weltweit angekündigt, eine regionale Einschränkung ist nicht bekannt.

Kann ich damit auch externe Meeting-Gäste melden?

Ja, die Meldung bezieht das gesamte laufende Meeting samt externer Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie den Besprechungschat ein.

Wie unterscheidet sich das von der bisherigen Melde-Funktion in Teams?

Die bisherige Funktion deckte nur einzelne Chat-Nachrichten und abgeschlossene Anrufe ab; neu ist die Meldung während eines laufenden Meetings.

Quellen (3)
  1. Windows Latest: Microsoft Teams is fighting AI deepfake meetings with a new Report button
  2. Microsoft Learn: User reported settings in Teams – Microsoft Defender for Office 365
  3. ad-hoc-news.de: Report a Concern – Microsoft schärft Teams-Sicherheit gegen KI-Angriffe

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