Anthropic warnt vor Schadsoftware, die Claude-Konten übernimmt
Infostealer-Programme kopieren Login-Sitzungen vom Rechner und verbrauchen fremde Nutzungslimits – Anthropic meldet Betroffene ab und erstattet Kosten.
Anthropic hat mindestens fünf verbreitete Infostealer-Programme identifiziert, die aktive Login-Sitzungen von Claude-Nutzern stehlen und ihre Konten leerräumen. Betroffene Zugänge werden automatisch abgemeldet, hinterlegte Zahlungsmethoden gelöscht und unautorisierte Belastungen erstattet. Die Malware gelangt laut Anthropic über raubkopierte Programme oder gefälschte Apps auf die Rechner, nicht über Claude selbst. Wie viele Konten betroffen sind, blieb offen.
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Das Wichtigste in Kürze
Fünf bekannte Schadprogramme wie Vidar und LummaC2 stehlen aktive Anmeldesitzungen direkt vom Rechner.
Gestohlene Sitzungs-Cookies umgehen Passwort- und Zwei-Faktor-Abfrage vollständig.
Anthropic entfernt betroffene Zahlungsdaten automatisch und erstattet erkannte Falschbuchungen.
Ein Abmelden allein entfernt die Schadsoftware nicht vom infizierten Rechner.
Betroffene sollten Zugangsdaten ändern, andere Sitzungen widerrufen und ihr System bereinigen.
Smartphones und Tablets sind nach bisherigem Kenntnisstand nicht betroffen.
Anthropic hat sogenannte Infostealer-Malware – Software, die Zugangsdaten von infizierten Rechnern ausliest – als Ursache für gekaperte Claude-Konten identifiziert. Die Programme kopieren aktive Login-Sitzungen und nutzen sie, um fremde Konten zu übernehmen und deren Nutzungslimit aufzubrauchen. Anthropic meldet betroffene Nutzer automatisch ab, entfernt hinterlegte Zahlungsmethoden und erstattet unautorisierte Belastungen.
Wie BleepingComputer unter Berufung auf eine E-Mail des Unternehmens an betroffene Nutzer berichtet, stecken mindestens fünf verbreitete Schadprogramme hinter den Angriffen auf Windows-Rechnern: Vidar, LummaC2, StealC, RedLine und Acreed. Bei einer kleineren Zahl von Mac-Nutzern identifizierte Anthropic zudem den Schädling Atomic Stealer. Die Malware gelangt meist über raubkopierte Software oder gefälschte Apps auf den Rechner und liest dort Passwörter, Browser-Cookies und Zugangsdaten weiterer Programme aus, nicht nur von Claude. Mit der gestohlenen Sitzung umgehen Angreifer Passwort- und Zwei-Faktor-Abfrage vollständig, weil die Sitzung bereits angemeldet ist; Betroffene bemerken den Missbrauch oft erst, wenn sich ihr Nutzungslimit ohne eigenes Zutun auffüllt und wieder leert. Ein Abmelden entferne die Schadsoftware jedoch nicht vom Gerät, betroffene Nutzer sollten Zugangsdaten ändern und den Rechner zusätzlich bereinigen.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Serie von Angriffen auf Zugangsdaten rund um KI-Werkzeuge ein: Erst im Juli hatte ein kompromittiertes npm-Paket gezielt Infostealer in Programmierwerkzeuge wie Claude Code eingeschleust. Eine Gesamtzahl betroffener Claude-Konten hat Anthropic bislang nicht veröffentlicht.
Offen bleibt, ob Anthropic künftig zusätzliche Schutzmaßnahmen wie eine Bindung von Sitzungen an einzelne Geräte einführt, statt nur nachträglich zu reagieren. Für Büro-Nutzer zeigt der Fall vor allem: Ein sauberes Konto schützt nicht, wenn der eigene Rechner infiziert ist – die Lücke liegt außerhalb von Claude.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob mein Claude-Konto betroffen war?
Ein typisches Anzeichen ist ein Nutzungslimit, das sich ohne eigene Aktivität auffüllt und kurz darauf wieder leert; Betroffene erhalten zusätzlich eine automatische Abmeldung und eine E-Mail von Anthropic.
Muss ich mein Passwort ändern, wenn ich betroffen bin?
Ja. Anthropic empfiehlt, das Passwort zu ändern, alle aktiven Sitzungen zu widerrufen und den Rechner zusätzlich auf Schadsoftware zu prüfen, da ein bloßes Abmelden die Malware nicht entfernt.
Sind auch Smartphones oder Tablets betroffen?
Nach bisherigem Kenntnisstand von Anthropic nicht – die bekannten Angriffe betreffen ausschließlich infizierte Windows- und in geringerem Umfang macOS-Rechner.
Erhalte ich mein Geld zurück, wenn mein Konto missbraucht wurde?
Anthropic erstattet nach eigenen Angaben Belastungen, die es als unautorisiert identifiziert, und entfernt zugleich die hinterlegte Zahlungsmethode aus dem betroffenen Konto.
Ist die Sicherheitslücke ein Problem von Claude selbst?
Nein. Laut Anthropic stammt die Schadsoftware nicht aus der Nutzung von Claude, sondern gelangt unabhängig davon über raubkopierte Programme oder gefälschte Apps auf den Rechner.
Brian Beckmann: „Anthropic warnt vor Schadsoftware, die Claude-Konten übernimmt“. Beckmann, 31. August 2026, https://beckmann.ai/sicherheit/2026-08/anthropic-infostealer-claude-konten.