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China reguliert KI-Companions als Erstes weltweit

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Abstrakte geometrische Illustration: eine leuchtende Sprechblase mit einem abstrakten Gesichtsmuster, eingeschlossen von einem transluzenten Käfig aus dünnen Linien, Sinnbild für regulatorische Kontrolle menschenähnlicher KI Generiertes Bild mit GPT Image 2
Abstrakte geometrische Illustration: eine leuchtende Sprechblase mit einem abstrakten Gesichtsmuster, eingeschlossen von einem transluzenten Käfig aus dünnen Linien, Sinnbild für regulatorische Kontrolle menschenähnlicher KI

TL;DR Too Long; Didn’t read

ByteDance, Alibaba und Tencent schalten in China zwischen Juni und dem 15. Juli 2026 Funktionen ihrer Chatbots Doubao, Qwen und Yuanbao ab, mit denen Nutzer eigene, menschenähnliche KI-Companions erstellen konnten. Grund ist eine im April 2026 von fünf chinesischen Behörden erlassene Verordnung, die ab demselben Datum KI-Dienste mit anhaltender emotionaler Interaktion reguliert und unter anderem vor extremistischen Inhalten, Datenschutzverletzungen und Suchtverhalten schützen soll. Ähnliche Regulierungsansätze gibt es auch in Kalifornien (Senate Bill 243, seit Januar 2026) und in Form von US-Gerichtsverfahren, etwa der im Januar 2026 erzielten außergerichtlichen Einigung zwischen Google, Character.AI und mehreren betroffenen Familien.

Das Wichtigste in Kürze

  • ByteDance (Doubao), Alibaba (Qwen) und Tencent (Yuanbao) schalten in China Funktionen für nutzerdefinierte, menschenähnliche KI-Companions ab.
  • Grundlage ist eine im April 2026 von fünf chinesischen Behörden erlassene Verordnung, die ab dem 15. Juli 2026 KI-Dienste mit anhaltender emotionaler Interaktion reguliert.
  • Reine Kundenservice-, Wissens- und Arbeitswerkzeuge sind von der Regulierung ausgenommen, solange sie keine dauerhafte emotionale Bindung erzeugen.
  • Kalifornien reguliert Companion-Chatbots seit Januar 2026 mit dem Senate Bill 243, das Kennzeichnungspflichten und Schutzprotokolle gegen suizidale Inhalte vorschreibt.
  • Google und Character.AI einigten sich im Januar 2026 außergerichtlich in mehreren US-Klagen zu Suizidfällen bei Minderjährigen; OpenAI sieht sich ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt.
  • Das Muster ist international: Je stärker KI-Chatbots als emotionale Begleiter auftreten, desto stärker wächst der regulatorische und rechtliche Druck auf ihre Anbieter.

ByteDance und Alibaba schalten in China zentrale Funktionen ihrer KI-Chatbots ab, mit denen Nutzer eigene, menschenähnliche KI-Begleiter erstellen und mit ihnen chatten konnten. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf eine neue Regulierung der chinesischen Regierung, die ab dem 15. Juli 2026 in Kraft tritt.

Doubao, Qwen und Yuanbao schalten ab

Wie die South China Morning Post berichtet, informierte ByteDance Nutzer von Doubao – mit mehr als 300 Millionen monatlichen Nutzern Chinas meistgenutzter Chatbot – in der Nacht auf Samstag darüber, dass die Agenten-Funktion am 15. Juli wegen “Produktfunktions-Anpassungen” offline gehe. Ab dem 15. Oktober würden zugehörige Daten dann gemäß der Datenschutzrichtlinie des Unternehmens behandelt und seien in der App nicht mehr einsehbar oder wiederherstellbar. Alibabas Qwen kündigte am selben Wochenende an, seine “menschenähnlichen interaktiven Agenten und von Nutzern erstellten Agenten-Funktionen” bereits am 10. Juli abzuschalten, weitere Agenten-Funktionen und -Dienste würden am 15. Juli folgen. Tencents Yuanbao hatte entsprechende Funktionen bereits im Juni eingestellt. Alle drei Dienste hatten es Nutzern zuvor ermöglicht, aus einem allgemeinen Chatbot einen benannten Assistenten, Lernbegleiter, Rollenspiel-Charakter oder Companion mit fester Persönlichkeit und festem Tonfall zu machen.

Die neue chinesische Regulierung im Detail

Grundlage der Abschaltungen sind die im April 2026 von fünf chinesischen Behörden gemeinsam erlassenen “Interim Measures for the Administration of Artificial Intelligence Anthropomorphic Interaction Services”, federführend veröffentlicht von der Cyberspace Administration of China (CAC) gemeinsam mit der Entwicklungs- und Reformkommission, dem Industrieministerium, dem Ministerium für öffentliche Sicherheit und der Marktaufsichtsbehörde. Die Vorgaben betreffen laut SCMP KI-Dienste, die “menschliche Persönlichkeitsmerkmale, Denkmuster und Kommunikationsstile simulieren, um anhaltende emotionale Interaktion zu ermöglichen”. Ausdrücklich ausgenommen sind reine Kundenservice-Bots, Wissens-Frage-Antwort-Systeme, Arbeitsassistenten sowie Bildungs- und Forschungswerkzeuge, sofern sie keine anhaltende emotionale Interaktion anbieten. Als von der Regulierung adressierte Risiken nennen die Behörden unter anderem extremistische Ideen, Datenschutzverletzungen, Schäden für die physische und psychische Gesundheit sowie Abhängigkeit und Sucht.

Ein globales Muster: Kalifornien und die USA

Ähnliche Regulierungsansätze finden sich inzwischen auch außerhalb Chinas. In Kalifornien verpflichtet der bereits im Oktober 2025 unterzeichnete und seit dem 1. Januar 2026 geltende Senate Bill 243 Anbieter von Companion-Chatbots dazu, Minderjährige klar über den KI-Charakter der Unterhaltung zu informieren, Schutzprotokolle gegen suizidale Inhalte vorzuhalten und betroffene Nutzer an Kriseneinrichtungen zu verweisen. Das Gesetz sieht zudem ein privates Klagerecht für Geschädigte vor.

Der regulatorische Druck in den USA speist sich auch aus konkreten Gerichtsverfahren: Google und Character.AI einigten sich im Januar 2026 laut CNN auf eine außergerichtliche Einigung in mehreren Klagen, in denen Familien den Unternehmen vorwarfen, ihre Chatbots hätten zum Suizid oder zu schweren psychischen Schäden bei Minderjährigen beigetragen – ohne dass die Unternehmen dabei ein Fehlverhalten eingeräumt hätten. Auch OpenAI sieht sich vergleichbaren Klagen ausgesetzt, in denen Familien einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von ChatGPT und dem Suizid von Jugendlichen herstellen.

Einordnung

Dass ausgerechnet China als erstes Land eine landesweit verbindliche Regulierung für menschenähnliche KI-Interaktion in Kraft setzt, mag überraschen, fügt sich aber in ein international zu beobachtendes Muster: Je stärker sich KI-Chatbots als emotionale Begleiter statt als reine Werkzeuge positionieren, desto deutlicher wird der regulatorische und rechtliche Druck, der auf ihre Anbieter wirkt. Während Peking auf eine zentral erlassene Verordnung mit klaren Fristen setzt, entsteht in den USA ein vergleichbarer Effekt bislang eher über einzelstaatliche Gesetze wie Kaliforniens SB 243 und über Gerichtsverfahren, deren Ausgang unmittelbare Kosten und Reputationsrisiken für die beteiligten Unternehmen erzeugt.

Häufige Fragen

Welche chinesischen KI-Dienste schalten Companion-Funktionen ab?

Doubao (ByteDance) schaltet seine Agenten-Funktion am 15. Juli 2026 ab, Qwen (Alibaba) deaktiviert menschenähnliche Agenten bereits am 10. Juli und weitere Funktionen am 15. Juli. Tencents Yuanbao hatte entsprechende Funktionen schon im Juni eingestellt.

Was regelt die neue chinesische KI-Verordnung?

Die 'Interim Measures for the Administration of Artificial Intelligence Anthropomorphic Interaction Services', im April 2026 von fünf chinesischen Behörden unter Federführung der Cyberspace Administration of China erlassen, treten am 15. Juli 2026 in Kraft und regulieren KI-Dienste mit anhaltender emotionaler Interaktion.

Welche KI-Dienste sind von der Regulierung ausgenommen?

Kundenservice-Bots, Wissens-Frage-Antwort-Systeme, Arbeitsassistenten sowie Bildungs- und Forschungswerkzeuge sind ausgenommen, solange sie keine anhaltende emotionale Interaktion mit Nutzern anbieten.

Wie reguliert Kalifornien KI-Companions?

Kaliforniens seit 1. Januar 2026 geltendes Senate Bill 243 verpflichtet Companion-Chatbot-Anbieter zu klarer KI-Kennzeichnung gegenüber Minderjährigen, Schutzprotokollen gegen suizidale Inhalte und Verweisen an Krisendienste, ergänzt um ein privates Klagerecht.

Welche Gerichtsverfahren betreffen KI-Companions in den USA?

Google und Character.AI einigten sich im Januar 2026 außergerichtlich in mehreren Klagen zu Suizidfällen und psychischen Schäden bei Minderjährigen, ohne Fehlverhalten einzuräumen. OpenAI sieht sich ähnlichen Klagen im Zusammenhang mit ChatGPT ausgesetzt.

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