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Cloudflare lässt KI-Bots jetzt gezielt nach Zweck steuern

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Abstrakte geometrische Illustration: ein Netzwerk-Tor mit drei getrennten, unterschiedlich gefärbten Kanälen, durch die Partikel fließen oder gestoppt werden, Sinnbild für differenzierte Bot-Zugriffskontrolle nach Zweck Generiertes Bild mit GPT Image 2
Abstrakte geometrische Illustration: ein Netzwerk-Tor mit drei getrennten, unterschiedlich gefärbten Kanälen, durch die Partikel fließen oder gestoppt werden, Sinnbild für differenzierte Bot-Zugriffskontrolle nach Zweck

TL;DR Too Long; Didn’t read

Cloudflare ermöglicht allen Kunden, einschließlich des kostenlosen Tarifs, KI-Bots ab sofort nach drei Zweck-Kategorien getrennt zu steuern: Search, Agent und Training, statt sie nur pauschal zu blockieren oder zuzulassen. Ab dem 15. September 2026 werden Training- und Agent-Bots auf Seiten mit Werbeanzeigen standardmäßig blockiert, Search-Crawler bleiben erlaubt. Eine zusätzliche 'Content Use'-Einstellung regelt, ob Bots Inhalte nur referenzieren oder vollständig wiedergeben dürfen. Für Enterprise-Kunden startet zudem die durchsuchbare Bot-Datenbank BotBase, und der 'Verified'-Status garantiert künftig keinen automatischen Zugang mehr. Die Änderungen fallen in eine Zeit, in der laut Cloudflare-CEO Matthew Prince automatisierter Traffic im Juni 2026 erstmals menschlichen HTTP-Traffic im Internet übertroffen hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Cloudflare ermöglicht allen Kunden, KI-Bots ab sofort nach drei Zweck-Kategorien getrennt zu steuern: Search, Agent und Training.
  • Ab dem 15. September 2026 werden Training- und Agent-Bots auf Seiten mit Werbeanzeigen standardmäßig blockiert, Search-Crawler bleiben erlaubt.
  • Mehrzweck-Crawler wie Googlebot werden nach der strengsten zutreffenden Regel behandelt, wenn sie mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen.
  • Eine neue 'Content Use'-Einstellung regelt zusätzlich, ob Bots Inhalte nur referenzieren oder vollständig wiedergeben dürfen.
  • Für Enterprise-Kunden startet BotBase, eine durchsuchbare Datenbank aller bekannten Bots; der 'Verified'-Status garantiert künftig keinen automatischen Zugang mehr.
  • Die Änderung fällt in eine Zeit, in der laut Cloudflare-CEO Matthew Prince automatisierter Traffic erstmals menschlichen HTTP-Traffic im Internet übertroffen hat (57,5 zu 42,5 Prozent, Stand Juni 2026).

Cloudflare gibt allen Kunden neue Werkzeuge an die Hand, um den Zugriff von KI-Bots auf ihre Websites präziser zu steuern. Statt wie bisher nur pauschal zwischen “alle KI-Crawler blockieren” oder “erlauben” zu wählen, können Seitenbetreiber künftig nach dem Zweck eines Bots unterscheiden.

Drei Kategorien statt Alles-oder-Nichts

Laut dem offiziellen Blogbeitrag von Cloudflare unterscheidet das neue System zwischen drei Kategorien: “Search” für Bots, die Inhalte indexieren, um später darauf basierende Suchanfragen zu beantworten; “Agent” für automatisierte Systeme, die in Echtzeit im Auftrag einer Person handeln, etwa Chat-Fetch-Bots wie ChatGPT-User oder Browser-Agenten wie Gemini oder Claude; und “Training”, also Crawler, die Inhalte zum Training oder Fine-Tuning von KI-Modellen sammeln. Mehrzweck-Crawler, die mehrere dieser Funktionen zugleich erfüllen, sollen nach Darstellung von Cloudflare künftig in allen zutreffenden Kategorien gleichzeitig erfasst werden, statt nur in einer. Die neuen Einstellungsmöglichkeiten stehen laut Cloudflare auch Kunden des kostenlosen Tarifs zur Verfügung.

Neue Standardeinstellungen ab 15. September

Ab dem 15. September 2026 gelten für alle neu zu Cloudflare hinzukommenden Domains neue Standardregeln: Auf Seiten mit Werbeanzeigen werden Training- und Agent-Bots automatisch blockiert, während Search-Crawler weiterhin standardmäßig erlaubt bleiben. Cloudflare begründet das damit, dass Werbung ein Signal dafür sei, dass Seitenbetreiber menschliche Aufmerksamkeit als Geschäftsgrundlage ansehen – ein Ziel, das Training- und Agent-Bots potenziell untergraben, während Search-Traffic in der Regel Besucher zurück auf die Seite bringe. Mehrzweck-Crawler wie Googlebot, Applebot oder Bingbot werden dabei nach der jeweils strengsten zutreffenden Regel behandelt: Wer Training-Bots blockiert, blockiert damit automatisch auch Crawler, die Training mit anderen Funktionen kombinieren. Seitenbetreiber können diese neuen Standardeinstellungen laut Cloudflare jederzeit vor dem Stichtag in ihren Sicherheitseinstellungen deaktivieren.

Content Use: Wie Bots Inhalte nutzen dürfen

Ergänzend zur Zweck-Kategorie führt Cloudflare eine zweite Steuerungsebene ein, die regelt, was ein Bot mit gecrawlten Inhalten anschließend tun darf. Drei Abstufungen stehen zur Wahl: “immediate” erlaubt Interaktion, aber kein Speichern oder Wiederverwenden; “reference” – die Standardeinstellung – erlaubt Indexierung, Auszüge und Rückverweise; “full” erlaubt Zusammenfassung und vollständige Wiedergabe. Diese Werte lassen sich mit den Bot-Kategorien kombinieren, etwa um Search-, SEO- und Werbeprüf-Bots zuzulassen, aber nur bis zur Nutzungsstufe “reference”. Cloudflare erweitert dafür den bestehenden robots.txt-Standard “Content Signals” um ein zusätzliches, optionales Feld namens “use”.

BotBase und neue Regeln für “Verified”-Bots

Für Enterprise-Kunden führt Cloudflare zudem BotBase ein, eine durchsuchbare Datenbank aller bekannten Bots direkt im Dashboard, die Klassifizierung und Content-Nutzung jedes einzelnen Bots offenlegt. Gleichzeitig ändert Cloudflare die Bedeutung des “Verified”-Status: Bislang wurden alle verifizierten Bots automatisch zugelassen, künftig entscheidet stattdessen die jeweilige Kategorie eines Bots, ob und wofür er Zugang erhält. Ein Bot, der Inhalte vollständig reproduziert statt nur darauf zu verweisen, kann laut Cloudflare den “Verified”-Status grundsätzlich nicht mehr erhalten.

Kontext: Bots überholen erstmals menschlichen Traffic

Cloudflares Vorstoß fällt in eine Zeit, in der sich das Verhältnis zwischen menschlichem und automatisiertem Web-Traffic grundlegend verschoben hat. Cloudflare-CEO Matthew Prince erklärte laut einem Bericht von Tom’s Hardware Anfang Juni 2026, automatisierte Systeme seien erstmals in der Geschichte des Internets für einen größeren Anteil der HTTP-Anfragen verantwortlich als Menschen – konkret 57,5 zu 42,5 Prozent nach Cloudflare-eigenen Radar-Daten. Diesen Wendepunkt hatte Prince zuvor erst für Ende 2027 erwartet; er räumte gegenüber Reportern ein, die zugrunde liegende Klassifizierung sei “etwas unsauber”, der grundsätzliche Trend aber eindeutig.

Einordnung

Cloudflares neues, dreistufiges Kategoriensystem reagiert auf ein Problem, das Website-Betreiber seit dem Aufkommen generativer KI zunehmend beschäftigt: Ein pauschales Blockieren aller KI-Bots kostet häufig auch Sichtbarkeit in Suchmaschinen, während ein pauschales Erlauben unkontrollierten Zugriff auf eigene Inhalte für das KI-Training bedeutet. Ob sich die neuen Standardeinstellungen zum 15. September tatsächlich als praktikabler Mittelweg erweisen, dürfte sich erst zeigen, wenn Cloudflares mehr als 20 Prozent Marktanteil unter den Website-Betreibern beginnen, davon in größerem Umfang Gebrauch zu machen.

Häufige Fragen

Welche neuen Bot-Kategorien führt Cloudflare ein?

Cloudflare unterscheidet ab sofort zwischen drei Bot-Kategorien: 'Search' (Indexierung für Suchanfragen), 'Agent' (automatisierte Systeme, die in Echtzeit im Auftrag von Nutzern handeln) und 'Training' (Crawler, die Inhalte zum Modelltraining sammeln). Jede Kategorie lässt sich einzeln erlauben oder blockieren.

Was ändert sich am 15. September 2026?

Ab dem 15. September 2026 werden Training- und Agent-Bots auf Seiten mit Werbeanzeigen standardmäßig blockiert, während Search-Crawler erlaubt bleiben. Betreiber können diese Standardeinstellung jederzeit vorher in ihren Sicherheitseinstellungen ändern.

Was bedeutet die neue 'Content Use'-Einstellung?

Content Use regelt, was ein Bot mit gecrawlten Inhalten tun darf: 'immediate' erlaubt nur Interaktion ohne Speicherung, 'reference' erlaubt Indexierung und Auszüge mit Rückverweis, 'full' erlaubt vollständige Zusammenfassung und Wiedergabe.

Was ändert sich am 'Verified'-Status für Bots?

Bislang wurden alle verifizierten Bots automatisch zugelassen. Künftig entscheidet stattdessen die jeweilige Kategorie eines Bots darüber, ob und wofür er Zugang erhält; Bots, die Inhalte vollständig reproduzieren, können den Status grundsätzlich nicht mehr erhalten.

Wie stark hat Bot-Traffic den menschlichen Traffic überholt?

Laut Cloudflare-CEO Matthew Prince übertrafen automatisierte Systeme im Juni 2026 erstmals menschlichen Traffic bei den HTTP-Anfragen, mit einem Verhältnis von 57,5 zu 42,5 Prozent – rund 18 Monate früher, als Prince ursprünglich erwartet hatte.

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