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KI-Wirtschaft

Meta öffnet Muse-Hardware für Bastler – 5.000 Geräte gratis

Meta öffnet die Hardware-Plattform seines KI-Agenten Muse per Open-Source-Lizenz und verschenkt bis zu 5.000 WLAN-Adapter an US-Abonnenten. Entwickler erhalten Firmware für ESP32-Mikrocontroller und Linux-Geräte wie Raspberry Pi, um eigene Muse-fähige Geräte zu bauen. Der kostenlose Adapter Muse Home Link verbindet den Agenten mit Smart-Home-Geräten im eigenen Netzwerk.

Von Brian Beckmann · 4. Oktober 2026 · 3 Min

Eine Hand steckt eine kleine WLAN-Antenne in ein offenes Holzkästchen voller Kabel und Mini-Displays auf einer Werkbank; auf dem Kästchen klebt ein Meta-Logo-Aufkleber, davor liegt ein geöffnetes Vorhängeschloss.

Meta öffnet die Hardware-Plattform seines KI-Agenten Muse für Bastler: Firmware und Software-Baukästen für eigene Smart-Home-Geräte stehen ab sofort unter einer Open-Source-Lizenz auf GitHub bereit. Zum Start verschenkt der Konzern zudem einen WLAN-Adapter namens Muse Home Link an US-Abonnenten – solange der Vorrat reicht.

SDK verbindet Mikrocontroller und Linux-Rechner mit Muse

Das Software-Entwicklungskit mit dem Namen Muse Gadgets SDK liegt im Repositorium facebookincubator/muse-gadget-sdk auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz, mit Ausnahmen für einzelne Drittkomponenten.

Es unterstützt zum einen Mikrocontroller-Boards auf Basis von ESP32, zum anderen Linux-Rechner wie den Raspberry Pi. Entwickler verbinden darüber Displays, Taster, Sensoren und Aktoren mit dem KI-Agenten Muse – laut Projektbeschreibung soll praktisch alles ansteuerbar sein, was auf der Werkbank liegt.

Auf der offiziellen Projektseite gadgets.muse.ai listet Meta rund ein Dutzend bereits getestete Geräte auf, darunter AMOLED-Displays von Waveshare, Module von M5Stack, E-Paper-Bildschirme von Seeed sowie der Raspberry Pi 5.

Zu jedem Gerät liefert Meta Kauflinks und passenden Quellcode. Wer ein eigenes SDK-Token über die Projektseite anfordert und die Gadget-SDK-Bedingungen akzeptiert, kann eigene Geräte flashen und mit einem Muse-Konto koppeln.

Eine begleitende Discord-Community zählt nach Angaben der Projektseite gut 155 Mitglieder, die eigene Bauprojekte und Firmware-Anpassungen austauschen. Damit verlässt Meta erstmals den Pfad reiner App- und Cloud-Produkte für Muse und öffnet die Geräteebene für externe Entwicklung.

Der kostenlose WLAN-Adapter Muse Home Link soll den Agenten direkt mit dem heimischen Netzwerk verbinden und darüber Smart-Home-Geräte steuern, die eine HTTP-Programmierschnittstelle anbieten. Das kompakte USB-C-Gerät richtet sich an Abonnenten, die Muse ohne Umweg über App oder Browser im Alltag einsetzen wollen.

Meta verschenkt den Adapter nach eigenen Angaben ausschließlich an aktive Muse-Abonnenten in den USA, begrenzt auf ein Exemplar pro Konto und nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Berichten zufolge hat Meta dafür rund 5.000 Geräte produzieren lassen – eine Zahl, die unabhängig nicht verifiziert ist.

Der Versand soll noch im Oktober beginnen.

Außerhalb der USA bleibt unklar, ob und wann Muse Home Link verfügbar wird. Für Nutzer ohne Zugriff auf den kostenlosen Adapter bleibt die Software-Route über das offene SDK: Wer ein eigenes ESP32- oder Linux-Gerät besitzt, kann dieselbe Anbindung an Muse auch ohne das Markengerät von Meta nachbauen.

Zu den unterstützten Geräten zählen laut Projektbeschreibung etwa smarte Steckdosen, Lampen und Thermostate, die eine lokale HTTP-Schnittstelle offenlegen – eine Anbindung an proprietäre Cloud-Dienste ist dafür nicht erforderlich.

Offene Hardware dient Meta auch als Marktforschung

Mit dem offenen Baukasten reagiert Meta auf ein Umfeld, in dem Konkurrenten eigene physische Zugänge zu KI-Agenten testen. OpenAI etwa verkaufte mit Codex Micro bereits ein eigenes Steuergerät für Programmier-Agenten und arbeitet laut Berichten an einem eigenständigen Lautsprecher ohne Bildschirm.

Apple wiederum hält an geschlossener Hardware fest und soll Siri erst in den kommenden Monaten um KI-Funktionen erweitern.

Muse selbst wächst nach Unternehmensangaben schneller als frühere Agenten-Apps von OpenAI: Bei den iOS-Downloads lag Muse in den ersten zwölf Tagen klar vor ChatGPT.

Ein offenes Hardware-Ökosystem kann diese Reichweite zusätzlich vergrößern, weil Bastler neue Einsatzideen ausprobieren, für die Meta selbst keine eigene Entwicklungszeit aufwenden müsste. Das Unternehmen hatte bereits mit dem Modell Muse Glimmer ein offenes KI-Modell für lokale Hardware veröffentlicht – die Gadgets-Initiative erweitert diesen Ansatz nun von der Software- auf die Geräteebene.

Für Meta ist die Aktion dadurch auch kostengünstige Marktforschung: Community-Projekte zeigen dem Konzern, welche Formfaktoren und Sensorkombinationen bei Nutzern auf Interesse stoßen, bevor eigene Serienprodukte wie der für Dezember angekündigte Anhänger Muse Charm in Produktion gehen.

Entscheidend wird, ob Meta den offenen Zugang über die erste Testphase hinaus ausbaut oder die Hardware-Ebene stärker kontrolliert, sobald eigene Markengeräte wie Muse Charm in Serie gehen. Für Entwickler außerhalb der USA bleibt vorerst nur der Weg über eigene ESP32- oder Linux-Geräte, da ein Starttermin für Muse Home Link in Europa offen ist.

Quellen

  1. Muse Gadgets SDK (GitHub, facebookincubator)
  2. Muse Gadgets – offizielle Projektseite

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