Dossier · Laufend aktualisiert

KI-Beweise in der Mathematik

Wie OpenAI-Modelle seit Juli 2026 jahrzehntealte Mathematik- und Kryptografie-Probleme lösen – und wer die Beweise anschließend prüft.

Seit Juli 2026 häufen sich Meldungen, in denen KI-Modelle von OpenAI Lösungen für Probleme vorlegen, an denen die Fachwelt teils jahrzehntelang gescheitert war: ein mutmaßlicher Beweis zur Cycle-Double-Cover-Vermutung, ein Gegenbeispiel zu einer zwanzig Jahre alten Annahme des Benjamini-Hochberg-Verfahrens, zehn gelöste Aufgaben aus Mathematik und theoretischer Informatik durch das unveröffentlichte Modell Astra sowie zwei parallel entstandene Beweise zur unklonierbaren Verschlüsselung.

Dieses Dossier verfolgt den Strang und die Frage, die sich in jedem Einzelfall wiederholt: Wie belastbar sind die Ergebnisse, solange die unabhängige Fachbegutachtung noch aussteht? Dokumentiert werden die Fundmeldungen selbst, die Rolle menschlicher Forschender im Prozess, die Prüfverfahren – von maschinenlesbaren Lean-Zertifikaten bis zur klassischen Begutachtung – und die wissenschaftspolitischen Folgen für Urheberschaft und Nachwuchsausbildung.

Chronologie

  1. GPT-5.6 Sol Ultra beweist Mathe-Vermutung – Fachwelt prüft noch

    Ein von OpenAI veröffentlichter KI-generierter Beweis für ein Graphentheorie-Rätsel sorgt für Debatten über Prompt-Vorgaben und fehlende Prüfung.

  2. OpenAI: Astra-Modell löst zehn ungelöste Matheprobleme

    OpenAIs kommendes Modell Astra liefert Beweise, an denen Fachleute jahrelang scheiterten – nachprüfbar über Lean-Zertifikate, vor der US-Modellprüfung.